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Tatverdächtiger seit Dienstag in U-Haft

Auch rund eine Woche nach der Amokfahrt eines 26-jährigen Mannes in der Grazer Innenstadt gibt es offenbar keine Entwarnung für zwei Schwerverletzte. Aus dem LKH Graz gab es am Wochenende keine Meldung über eine Verbesserung.

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Insgesamt befanden sich bis Ende der Woche noch rund 20 Menschen in Spitalsbehandlung. Während am Donnerstag im LKH Graz immer noch zwei Opfer in kritischem Zustand waren und neun weitere stationär behandelt wurden, meldete das UKH Graz noch sechs Patienten, die stationär in Betreuung sind. Davon werden zwei intensivmedizinisch betreut. Aus dem Krankenhaus Klagenfurt wurde eine Frau mittlerweile nach Graz überstellt, ein Deutscher bleibt noch über das Wochenende in stationärer Behandlung und sollte dann in sein Heimatland gebracht werden.

Bei der Amokfahrt am Samstag waren drei Menschen getötet und 36 verletzt worden. Ein Opfer ist nach wie vor nicht identifiziert. Laut Polizeisprecher Maximilian Ulrich sind alle bisher eingelangten Hinweise im Sand verlaufen. Nun drängen die Fahnder darauf, ein Foto des Opfers veröffentlichen zu können, um klarere Hinweise zu bekommen. Nach Angaben aus dem steirischen Landeskriminalamt sei die Frau zwischen 25 und 35 Jahre alt und habe keine Papiere bei sich gehabt.

Tatverdächtige in Untersuchungshaft

Der 26-jährige Tatverdächtige befindet sich unterdessen seit Dienstag in Untersuchungshaft. Der Haftrichter entschied sich „auch aufgrund seines bei der Vernehmung gewonnenen persönlichen Eindruckes vom Beschuldigten“ vorerst gegen eine Anhaltung des 26-Jährigen in einer Nervenklinik.

Hilfe für Betroffene

Das Kriseninterventionsteam (KIT) bietet gratis Unterstützung für Betroffene und Angehörige. Die Hotline 0316/877-6551 ist in den nächsten Tagen von 8.00 bis 20.00 Uhr besetzt. Nach 20.00 Uhr kann das Kriseninterventionsteam via Notrufnummer 130 angefordert werden.

„Der Beschuldigte blieb auch gegenüber dem Haftrichter im Wesentlichen bei seiner bisherigen Aussage“, hieß es in der Aussendung der Staatsanwaltschaft Graz. Der beim Verhör auch anwesende psychiatrische Sachverständige sei zu dem Schluss gekommen, dass es bei derartigen Handlungen solchen Ausmaßes „derzeit noch absolut verfrüht“ sei, definitiv über die Frage der Zurechnungsfähigkeit zum Zeitpunkt der Tat zu entscheiden.

Warten auf medizinische Gutachten

Mittlerweile ist der Mann anwaltlich vertreten: Liane Hirschbrich teilte am Donnerstag in einer Aussendung mit, dass sie die Vertretung des mutmaßlichen Amokfahrers übernommen habe. In den kommenden Wochen würden medizinische Gutachten erstellt, in den kommenden Tagen werde sie Gespräche mit ihrem Mandanten führen, schrieb Hirschbrich.

„Bis dahin ist es mir nicht möglich, eine Stellungnahme abzugeben“, erklärte die Rechtsanwältin mit Kanzlei in Wien, die auf ihrer Website neben allgemeinem Strafrecht Kapitalmarktdelikte, Anlagebetrug und Marktmanipulationen, Geldwäscherei, Korruptionsstrafrecht und Wirtschaftssanktionen als ihre Fachgebiete nennt.

Täter „fühlte sich verfolgt“

Nach wie vor beschäftigt viele die Frage, was den 26 Jahre alten Mann zu seiner Tat in der Grazer Innenstadt veranlasste. „Der Täter gab an, dass er sich verfolgt fühlte“, gab Christian Kroschl, Sprecher der Staatsanwaltschaft Graz, bisher bekannt. Seine Ehefrau habe zudem ausgesagt, dass es unter anderem Eheprobleme gegeben habe.

Die Frau des 26-Jährigen hatte bei ihrer Vernehmung gesagt, dass sie vorher nichts von seiner Tat wusste. Zu klären gilt es Kroschl zufolge weiterhin, „ob der Amokfahrer bewusst auf Passanten zugefahren ist oder eben nicht“ - mehr dazu in oesterreich.ORF.at.

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