Iran-Gespräche: IAEA dämpft Hoffnung auf Durchbruch

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Unklare Signale bei den Atomverhandlungen: Der Iran und die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) haben nach Teheraner Angaben Fortschritte bei Verhandlungen strittiger Themen erzielt. IAEA-Chef Yukiya Amano zufolge steht ein Durchbruch aber noch aus.

"Beide Seiten haben nun besseres Verständnis

Amano hatte gestern in Teheran mit dem iranischen Präsidenten Hassan Rouhani über die heiklen Themen der Inspektionen von Militäranlagen und der Untersuchung angeblicher früherer Atomwaffenprogramme gesprochen. „Ich glaube, beide Seiten haben nun ein besseres Verständnis, wie es vorwärtsgehen könnte, aber wir haben noch mehr Arbeit vor uns“, sagte Amano.

Aus Teheran hieß es, der Iran und die IAEA hätten eine Verständigung über die lange strittige Inspektion von Militäranlagen erreicht. Nun wollten Experten beider Seiten einen Zeitrahmen für die Überprüfungen festlegen, sagte der Sprecher der iranischen Atomorganisation AEOI, Behrus Kamalwandi, der iranischen Nachrichtenagentur ISNA. Wie weitreichend die Übereinkunft tatsächlich ist, blieb aber unklar.

Rouhani schickt Vertrauten zu „Spezialmission“ nach Wien

Der Kabinettschef Rouhanis, Mohammed Nahawandian, ist unterdessen zu einer „Spezialmission“ nach Wien gekommen, um in den Endspurt der Atomverhandlungen Bewegung zu bringen. Zuvor postete der Spitzendiplomat das Foto eines Flugzeuges auf Instagram und bat die iranische Bevölkerung, für ihn zu beten.

Laut der staatlichen Nachrichtenagentur IRNA ist die Reise eine „Spezialmission“, bei der der Sondergesandte „die notwendigen Konsultationen“ mit der Delegation führen soll, um zu einem endgültigen Deal zu gelangen.

Verlängerte Frist bis Dienstag

Bei den seit Jahren laufenden Verhandlungen der UNO-Vetomächte USA, Russland, China, Großbritannien, Frankreich und Deutschland (5+1-Gruppe) mit dem Iran über dessen Atomprogramm läuft eine - verlängerte - Frist für eine Einigung am Dienstag aus.

Die Verhandlungen finden hinter verschlossenen Türen statt, die meisten Außenminister der 5+1-Gruppe wollen am Sonntag zum Verhandlungsort in Wien zurückkehren.

Die IAEA wird eine entscheidende Rolle bei der Überwachung eines Abkommens spielen. Als eine der weiteren letzten Hürden gilt die Frage, wie schnell und umfassend die Sanktionen gegen den Iran aufgehoben werden. Der Atomstreit schwelt seit 2002. Strittig waren bisher unter anderem die Inspektion von Militäranlagen und die Prüfung von Berichten über Atomwaffenprojekte.