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Herzinfarkt in Spital

Der ägyptische Schauspieler Omar Sharif ist tot. Das teilte sein Agent am Freitag mit. Der „Doktor Schiwago“-Darsteller sei im Alter von 83 Jahren in Kairo einem Herzinfarkt erlegen.

Erst im Mai war bekanntgeworden, dass Sharif an Alzheimer erkrankt ist. Er starb nun Freitagnachmittag in einer Klinik für Alzheimerpatienten in Kairo. Der in Ägypten geborene Schauspieler war mit seiner Nebenrolle als Scheich in „Lawrence von Arabien“ 1962 international zum Star geworden, worin er an der Seite von Peter O’Toole spielte.

Auch als „Doktor Schiwago“ machte er Furore und neben Barbra Streisand war er in „Funny Girl“ zu sehen. Einen großen Erfolg feierte er außerdem 2003 mit „Herr Ibrahim und die Blumen des Koran“ - in dem Film des Franzosen Francois Dupeyron war der gealterte Charmeur noch einmal zur schauspielerischen Hochform aufgelaufen.

Omar Sharif am Wiener Filmball

APA/Georg Hochmuth

Der Filmstar 2013 auf dem Wiener Filmball: Omar Sharif wurde für sein Lebenswerk ausgezeichnet.

„Doktor Schiwago“ und Ex-Bridge-Weltmeister

Gut aussehend und verführerisch - so wurde Sharif als „Doktor Schiwago“ zum Frauenschwarm. Der Mann mit dem charakteristischen Schnauzbart und den kohlrabenschwarz glühenden Augen spielte vom britischen Gentleman bis zum indischen Maharadscha nahezu alle Rollen - die entweder eine bizarre, melancholische oder etwas verruchte Persönlichkeit auf die Leinwand bringen sollten. Als zu Affären neigender Schauspieler von Weltrang mit Hang zu einem aufwendigen Leben und den Spieltischen war Sharif auf seinem Zenit in den Schlagzeilen und gleichzeitig ein Publikumsliebling.

1932 mit einem reichen Holzhändler als Vater noch als Maechel Chalhoub in Alexandria auf die Welt gekommen wuchs er in Kairo auf und zeigte schon als Kind Interesse für das Kino und die darstellende Kunst. Schon in jungen Jahren gründete Sharif eine Schauspielgruppe und feierte sein Filmdebüt 1953 in dem ägyptischen Film „The Blazing Sun“. Die prominente Hauptdarstellerin Faten Hamama sollte er, schon ganz in seiner Art des späteren Verführers, nur zwei Jahre später heiraten.

Omar Sharif in Doktor Schiwago

picturedesk.com/Rex Features/Moviestore

Omar Sharif als „Doktor Schiwago“

Durchbruch nach 20 ägyptischen Filmen

Der internationale Durchbruch kam nach mehr als 20 Filmen in Ägypten mit seiner Nebenrolle als Scheich in David Leans „Lawrence von Arabien“ (1962). Diese brachte Sharif eine Oscar-Nominierung als bester Nebendarsteller und eine Vollbeschäftigung im Filmgeschäft.

Im Jahr 1966 mit der hochgelobten Pasternak-Verfilmung „Doktor Schiwago“ ging die Ehe mit Hamama in die Brüche. Der gemeinsame Sohn Tarek spielt in dem Film übrigens den Vater im Kindesalter. „Die Nacht der Generäle“ (1967) und „Funny Girl“ (1968) - mit der Jüdin Streisand an der Seite des zum Islam übergetretenen Sharif - sollten folgen. Doch in den 70er Jahren begann der Stern des Schauspielers zu sinken, der auch nicht immer ausgesprochen wählerisch war, wenn ihm Rollen angeboten wurden.

Millionen im Casino verloren

Seine Spielleidenschaft machte Sharif im Jahr 1973 zum Weltmeister im Bridge - sie soll ihn allerdings auch bis an den Rand des Ruins gebracht haben. Sharif hatte sein eigenes Bridge-Team ins Leben gerufen, das überaus erfolgreich gewesen war. Allein bis 1982 verlor er aber Millionen von Dollar beim Roulette.

Omar Sharif und Julie Christie in Doktor Schiwago

Corbis/Sunset Boulevard

Omar Sharif in einer Szene aus „Doktor Schiwago“

Zu den Allüren des einstigen Hollywood-Stars passte die zweijährige Bewährungsstrafe, die Sharif in Los Angeles nach einem handgreiflichen Streit mit einem Parkplatzwächter aufgebrummt bekam - sein Porsche stand nicht bereit, als er in weiblicher Begleitung nachts wegbrausen wollte.

TV-Hinweis

In memoriam Omar Sharif ändert der ORF sein Programm: ORF2 zeigt am Samstag um 9.05 Uhr „Lawrence von Arabien“ - mehr dazu in tv.ORF.at. Am Sonntag um 0.10 Uhr folgt dann - ebenfalls auf ORF2 - der Krimi „Der Coup“ - mehr dazu in tv.ORF.at.

Doch dann war da noch „Herr Ibrahim und die Blumen des Koran“ von 2003. Darin konnte Sharif noch einmal sein schauspielerischer Talent zeigen - in Venedig bekam er zur Vorstellung des Films einen Goldenen Löwen für sein Gesamtwerk verliehen. Seit der Scheidung ein Vagabund - mit Wohnsitzen in den USA, England, Ägypten und Frankreich - fühlte er sich nur in Kairo wohl, weil er da „unter Freunden“ sei, wie er einmal gesagt hatte.

Kurz bevor der ägyptische Langzeitmachthaber Hosni Mubarak nach wochenlangen Demonstrationen zum Rücktritt gezwungen worden war, hat Omar Sharif dessen Abgang gefordert. Er zeigte sich „solidarisch mit den Menschen“. „Seit 30 Jahren ist er Präsident, das reicht“, meinte der 78-Jährige Anfang 2011 in einem Interview. Schon damals äußerte der Schauspieler aber Befürchtungen hinsichtlich der Muslimbruderschaft. „Sie waren eingesperrt und beginnen nun, wieder aufzutreten. Das sind 20 Prozent der Bevölkerung, und das finde ich persönlich etwas beängstigend.“

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