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So warm sind die heimischen Seen

Die brütende Hitze der letzten Tage hat die ohnehin schon warmen Badeseen des Landes weiter aufgeheizt. Richtige Abkühlung ist in stillen Gewässern kaum noch zu finden. Die heißesten Seen sind in Kärnten. Sowohl der Klopeinersee als auch der Turnersee kratzen an der 30-Grad-Grenze. Aber auch die Alte Donau in Wien kann mit ihren 28 Grad Wassertemperatur nicht mehr richtig erfrischen.

Die Suche nach dem Sprung ins kühle Nass könnte sich allerdings überall zwischen Neusiedler- und Bodensee als schwierig erweisen. Selbst sonst eher als kalt geltende Gewässer wie der Traunsee und der Hallstätter See in Oberösterreich haben dieser Tage um die 25 Grad. Diese Marke hat der Attersee bereits um ein Grad überschritten. Der Lunzer See liegt am Kältepol Österreichs. In diesem Sommer ist davon aber nicht viel zu bemerken, denn auch sein Wasser ist bereits 25 Grad warm.

Grundlsee im salzkammergut

APA/Cornelia Schuss

Der Grundlsee im Salzkammergut gilt als kalter Bergsee. Er hat bereits 26 Grad.

Die wärmsten Seen sind im Süden

Auch die beiden größten Seen des Landes haben mittlerweile Badewannentemperatur. Jene des eher seichten Neusiedler Sees überstieg am Mittwoch mit 27 Grad ihr Juli-Mittel um drei Grad. Der Bodensee erreicht im Juli im Durchschnitt 20 Grad - zurzeit hat er 25 Grad.

Das Ranking der wärmsten Gewässer Österreichs gewinnt jedoch eindeutig das südlichste Bundesland Kärnten. Neben dem Klopeiner See und dem Turnersee mit 29 Grad gehören der Pressegger See, Längsee und Kleinsee mit 28 Grad zu den absoluten Spitzenreitern. Auch der Wörthersee spielt in dieser Temperaturklasse mit.

Kinder baden im Wörterhsee

APA/Gert Eggenberger

Der Sprung ist Nass ist zum Höhepunkt der Hitzewelle kaum noch kühl

Heiße Metropole Wien

In Wien ist es dieser Tage praktisch unmöglich, ein kaltes Gewässer zu finden, denn die Alte Donau und der Badesee Hirschstetten messen beide 28 Grad. Es empfiehlt sich also, in die Neue Donau zu springen. Durch die Strömung ist sie mit 22 Grad verhältnismäßig frisch. Ein Ausflug zum Ottensteiner Stausee in Niederösterreich lohnt sich zwar aus landschaftlicher, jedoch nicht aus erfrischender Perspektive. Er ist gleich warm wie die Wiener Seen.

Grafik zeigt die Wassertemperaturen von einigen Österreichischen Badeseen

Grafik: ORF.at; Quelle: ARBÖ

Vereinzelt gibt es noch kalte Bademöglichkeiten - vorwiegend im Westen des Landes. Der Achensee nahe der deutsch-österreichischen Grenze nordöstlich von Innsbruck misst trotz Hitzewelle 21 Grad. Auch der Längsee, ebenfalls in Tirol, verspricht mit 20 Grad Wassertemperatur noch Abkühlung.

Fischarten nicht gefährdet

Nicht nur den Badegästen machen die hohen Temperaturen der heimischen Seen zu schaffen, auch für die Flora und Fauna ist der Anstieg nicht optimal. „Das Algenwachstum und die Bakterienpopulationen können sich durch die Hitze erhöhen. Dadurch wird dem Wasser Sauerstoff entzogen“, erklärt Thomas Hein von der Biologischen Station WasserCluster Lunz. Die österreichischen Seen seien davon aber kaum betroffen, weil den Mikroorganismen die Nahrungsgrundlage fehle.

Grundsätzlich könne es zwar zu einer Artenverschiebung kommen, dazu müssten die Hitzeperioden aber wesentlich länger dauern. „In den heimischen Seen erwärmt sich zur Zeit nur die Wasseroberfläche, die Fische können sich in tiefere Gebiete zurückziehen“, erklärt Hein. Einzig kleine, flache Gewässer ohne Grundwasserversorgung seien betroffen. Momentan gebe es allerdings keinen Grund zur Beunruhigung.

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