Barcelonas Bürgermeisterin lässt Königsbüsten entfernen

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Barcelonas neue, linke Bürgermeisterin Ada Colau hat gestern Abend eine Büste von Königsvater Juan Carlos aus dem Sitzungssaal des Rathauses entfernen lassen. Auch aus anderen öffentlichen Räumen der Stadt sollen Symbole der Monarchie entfernt beziehungsweise deren Repräsentanz reduziert werden.

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Barcelonas Bürgermeisterin ortet zu viele monarchische Elemente in öffentlichen Gebäuden. (iptv.ORF.at)

Ihre Regierung sei republikanisch, nicht monarchistisch, und die Monarchie sei überdimensional in den öffentlichen Gebäuden vertreten, ließ Colau verlauten. Zudem sei Juan Carlos nicht mehr König, sondern dessen Sohn Felipe. Zwar sind alle öffentlichen Einrichtungen seit 1986 per Gesetz verpflichtet, eine Abbildung des Staatsoberhauptes zu zeigen.

„Vorschrift weit interpretierbar“

Doch der ehemaligen Aktivistin der Plattform gegen Zwangsräumungen, die im Mai zusammen mit der spanischen Protestpartei Podemos (Wir können) die Gemeindewahlen in Barcelona gewann, will sich nicht daran halten. Die Vorschrift sei weit interpretierbar, und man werde sich mit den anderen Parteien auf eine neue Regelung einigen können, so Gerardo Pisarello, stellvertretender Bürgermeister Barcelonas.

Die Reaktionen, vor allem konservativer spanischer Medien, ließen nicht lange auf sich warten. In Katalonien werden am 27. September plebiszitäre Regionalwahlen stattfinden, die einer Volksabstimmung über die Unabhängigkeit Kataloniens von Spanien entsprechen, und die Nerven liegen blank. Für viele Spanier und die spanische Verfassung ist die Monarchie ein Garant für den Erhalt der nationalen Einheit.