32 Festnahmen bei Neonazi-Demo in Finnland

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In der mittelfinnischen Universitätsstadt Jyväskylä hat gestern eine Kundgebung der neonazistischen Finnischen Widerstandsbewegung (Suomen Vastarintaliike - SVL) zu gewalttätigen Ausschreitungen geführt. 32 rechtsradikale Aktivisten wurden festgenommen, nachdem sie Passanten misshandelt und ein Kaufhaus gestürmt hatten.

Die finnische Polizei geht davon aus, dass es sich um eine gegen bestimmte Personen gerichtete Aktion der SVL gehandelt habe. Medien berichteten, bei einer von drei in einem Kaufhaus misshandelten Personen handle es sich um denselben rund 45-jährigen Mann, der im Jänner 2013 bei der Präsentation eines Buches über die ultrarechte Szene in Finnland von Neonazis niedergestochen wurde. Damals wurde einer der Täter zu einer bedingten Freiheitsstrafe verurteilt.

Die Demo und die daraus resultierenden Ausschreitungen stehen möglicherweise auch im Zusammenhang mit eine Äußerung des rechtspopulistischen Parlamentariers Olli Immonen (Partei der Finnen), der seinen Traum von einer „starken und tapferen Nation“ und deren Kampf gegen den „multikulturellen Alptraum“ auf Facebook verbreitet hatte.

Innenminister Petteri Orpo verurteilte die Krawalle und lobte den Einsatz der Polizei. Am vergangenen Dienstag demonstrierten über 10.000 Menschen in Helsinki friedlich für eine multikulturelle Gesellschaft in Finnland.