Erneut Unglück mit Chemikalien in China

Mehr als eine Woche nach der Katastrophe in einem Gefahrgutlager im Hafen der nordchinesischen Stadt Tianjin ist es heute in China zu einem neuen Unglück mit Chemikalien gekommen.

Wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete, erschütterte eine Explosion eine Chemiefabrik im Kreis Huantai in der ostchinesischen Provinz Schandong. Es sei Feuer ausgebrochen. Dutzende Feuerwehrwagen seien im Einsatz.

Wie die „Volkszeitung“ berichtete, habe die Explosion die Gegend in einem Umkreis von fünf Kilometern erschüttert. In nur einem Kilometer Entfernung sei eine Wohnsiedlung.

Brand „unter Kontrolle“

Drei Stunden nach der Explosion berichtete die Nachrichtenagentur China News Service, der Brand sei „unter Kontrolle“. Es gebe keine Hinweise auf Opfer. Sechs Menschen seien eingeschlossen gewesen, aber gerettet worden.

Die Ursache der Explosion werde untersucht, hieß es. Ob giftige Stoffe ausgetreten sind, war zunächst unklar. Augenzeugen berichteten, es habe einen großen Feuerball und zwei laute Detonationen gegeben. Die Fabrik sei gerade erst in Betrieb genommen worden. Im einem nahe gelegenen Dorf sei der Strom nach der Explosion ausgefallen.

121 Tote in Tianjin

Das neue Unglück passierte zehn Tage nach dem schweren Explosionsunglück in Tianjin, wo die Zahl der Toten bis heute auf mindestens 121 gestiegen war. Weitere 54 wurden noch vermisst, wie die Staatsagentur Xinhua meldete. Rund 640 Menschen würden zudem noch in Krankenhäusern behandelt, davon befänden sich 48 in kritischem Zustand.

Offenbar sind Probleme mit Chemikalien weit verbreitet: Allein in der Hauptstadt Peking seien bei 85 von 124 untersuchten Unternehmen, die mit giftigen oder explosiven Chemikalien umgehen, Gefahren entdeckt worden, wie Xinhua schrieb.