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Zuschauer waren nicht weit entfernt

Während einer Flugshow in Südengland sind beim Absturz eines Flugzeugs elf Menschen ums Leben gekommen. Das Flugzeug stürzte am Samstag während eines Manövers auf eine Straße und in mehrere Fahrzeuge, wie die Polizei der Grafschaft West Sussex mitteilte.

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Wie ein Polizeisprecher am Sonntag sagte, seien „sehr wahrscheinlich“ elf Menschen getötet worden. Nach dem Absturz während der Shoreham Airshow nahe Brighton vom Samstag waren zunächst sieben Tote bestätigt worden. Unter den Toten sollen zwei Fußballer aus dem nahe gelegenen Städtchen Worthing sein und ein 24 Jahre alter Personal Trainer. Sie waren nicht einmal Zuschauer der Flugshow, sondern einfach nur im falschen Moment auf der Straße neben dem Flugplatz unterwegs.

Auch eine Hochzeitslimousine soll es getroffen haben, die auf dem Weg zu einem Brautpaar war. Der Pilot überlebte das Unglück offenbar. Er sei in einem Krankenhaus und befinde sich in kritischem Zustand, berichtete die britische Nachrichtenagentur PA.

Einsatzkräfte nach  Absturz bei Flugshow

APA/EPA/London News and Pictures

Die Absturzstelle wird untersucht

„Wir danken Gott“

Dem lokalen Radiosender Splash FM zufolge stürzte das Flugzeug nur etwa 400 Meter entfernt von Familien ab, die sich die Shoreham Airshow anschauten. Meterhoch flogen brennende Trümmerteile durch die Luft. Tausende hatten das Schaufliegen im Rahmen der Shoreham Airshow sehen wollen, schockierte Augenzeugen beschrieben einen gewaltigen Feuerball und herumfliegende Trümmer.

Großbritannien: Absturz bei Flugshow

Im Süden Großbritanniens, in der Nähe von Brighton, ist bei einer Flugshow ein Militärflugzeug abgestürzt - auf eine Straße, auf der mehrere Autos unterwegs waren.

Premierminister David Cameron sprach den Angehörigen der Opfer sein Beileid aus. „Angesichts der vielen tausend Menschen, die die Airshow besucht haben, danken wir Gott, dass das Flugzeug keine größere Menschenmenge getroffen hat“, sagte der lokale Parlamentsabgeordnete Tim Loughton.

Augenzeugen filmten mit

„Das Flugzeug kam aus einem Looping, es flog ziemlich tief“, sagte ein Anwohner der Nachrichtenagentur PA. Warum es der Pilot bei dem Looping nicht schaffte, die Maschine hochzuziehen, ist unklar. „Es schien einfach nicht schnell genug zu sein, um aus dem Looping zu kommen“, so der Augenzeuge. Bereits kurz nach dem Absturz luden Augenzeugen Videos des Unglücks in Sozialen Netzwerken hoch. Die Video zeigten, wie das Flugzeug während eines Loopingmanövers nicht rechtzeitig wieder hochzieht, abstürzt und in Flammen aufgeht.

Hergang soll rekonstruiert werden

Die Straße A27 war nach dem Unglück komplett abgeriegelt, da Experten für Flugzeugabstürze versuchten, Ursache und Hergang des Unglücks zu rekonstruieren. Am Abend teilte die Polizei mit, dass Besucher der Flugschau, die mit dem Auto gekommen waren, nach und nach vom Gelände geleitet würden.

Nach Polizeiangaben handelte es sich um ein Flugzeug vom Typ Hawker Hunter. Kampfjets dieses Typs gehörten in den 50er und 60er Jahren zu den wichtigsten Flugzeugen der britischen Luftwaffe. Nach Angaben der Airshow sind sie bei Übungen auch heute noch im Einsatz.

Diskussion über Risiko

Im Herbst 2007 war bei der Show in Shoreham ein Stuntman gestorben, der mit einem Flugzeug aus dem Zweiten Weltkrieg abgestürzt war. Erst Anfang des Monats war ein ehemaliger Pilot der Luftwaffe bei einer anderen Airshow in Großbritannien abgestürzt und ums Leben gekommen.

Flugshows sind beliebt bei den Briten und ein Ausflugsziel für die ganze Familie. Vom Frühjahr bis in den Spätherbst hinein findet ständig irgendwo eine statt. Das Unglück von Shoreham wirft unweigerlich die Frage auf, ob die Schauflüge der historischen Maschinen, die zu Gedenk- und Feiertagen auch gern über den Buckingham-Palast in London hinwegrauschen, eigentlich sicher sind.

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