Ungarn verteidigt Bau von Grenzzaun

Der ungarische Minister für Humanressourcen, Zoltan Balog, hat den Bau der Zäune an der ungarisch-serbischen Grenze verteidigt. Angesichts der hohen Flüchtlingszahlen habe man sich gezwungen gesehen, eine „provisorische Sperre“ aufzubauen, sagte Balog heute in einem Interview mit dem Deutschlandfunk.

Die Zahl der Flüchtlinge an der ungarischen Grenze ist nach Angaben der Polizei auf einen neuen Höchststand geklettert. Gestern seien 2.533 Flüchtlinge aufgegriffen worden, die über die „grüne“ Grenze aus Serbien gekommen waren, teilte die Behörde mit. Am Montag war diese Zahl noch bei 2.093 gelegen. Ungarn wird jedoch zumeist als Transitland in andere EU-Staaten wie Österreich und Deutschland genutzt.

Armee-Einsatz im Gespräch

Die Sicherheitsmaßnahmen an der Grenze zu Serbien will Ungarn weiter verstärken, um die Einreise von Flüchtlingen über die „Balkan-Route“ zu stoppen - und erwägt einen Armee-Einsatz. Landespolizeikommandant Karoly Papp gab bekannt, dass sechs sogenannte „Grenzjäger“-Einheiten aufgestellt werden. Die 2.100 Mann starke Truppe soll aus den Reihen der Polizei gebildet werden und Mitte September einsatzbereit sein.

Tränengas gegen Flüchtlinge

Im südungarischen Erstaufnahmelager Röszke kam es unterdessen zu einem Zwischenfall. Die Polizei setzte dabei Tränengas gegen die Asylbewerber ein. Warum die Situation genau eskalierte, ist unklar: Nach Darstellung der Polizei hätten sich Flüchtlinge dem Registrierungsverfahren zu entziehen versucht. Hir TV und die Deutsche Presse-Agentur (dpa) nannten Beschwerden über die Enge in dem Lager als Grund.