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Interviewpartnerin ebenfalls verletzt

In den USA sind eine Journalistin und ein Kameramann vor laufender Kamera von einem Unbekannten erschossen worden. Die Reporterin des Senders WDBJ7 befragte Mittwochfrüh (Ortszeit) im Bundesstaat Virginia eine Frau zum Thema Tourismus, als plötzlich Schüsse fielen. Der Täter war ein ehemaliger Mitarbeiter des Senders.

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In einem Video des Vorfalls in einem Einkaufs- und Erholungszentrum in Moneta sind mindestens acht Schüsse und mehrere Schreie zu hören. Auch der Täter selbst war nach der Tat kurz im Bild der auf dem Boden liegenden Kamera. Die 24-jährige Reporterin und der 27-jährige Kameramann seien von Schüssen bei der Bridgewater Plaza getroffen worden, als sie einen Beitrag für die WDBJ7-Frühnachrichten drehen wollten, teilte der Sender mit. Laut ABC wurde auch die Interviewte durch die Schüsse verletzt.

„Unzufriedener Mitarbeiter“

Laut Virginias Gouverneur Terry McAuliffe handelte es sich bei dem mutmaßlichen Täter um einen ehemaligen, „unzufriedenen Mitarbeiter“ des Senders. Ein Sprecher von WDBJ sagte, der Täter sei ein schwieriger Mann gewesen und habe zwei Jahre für den Sender gearbeitet.

Der Schütze wurde laut Polizei auf einer Autobahn von der Polizei aufgespürt; eine Fahrzeugkontrolle verweigerte der Mann, er gab stattdessen Gas. Einige Minuten später kam sein Auto von der Fahrbahn ab und wurde schwer beschädigt. Die Polizisten fanden den Mann in dem Wagen mit einer Schusswunde vor, er wurde mit lebensgefährlichen Verletzungen ins Krankenhaus gebracht, wo er schließlich verstarb.

Videos von Tat im Netz

Der Sender ABC erhielt nach eigenen Angaben ein 23-seitiges Fax von jemandem mit dem Namen des Mannes. ABC bezeichnete das Fax als „eine Art Manifest“ und übergab es den Behörden. Der mutmaßliche Täter soll auch ein eigenes Video der Tat in Sozialen Medien hochgeladen haben, die Inhalte wurden mittlerweile gesperrt.

Nach der Tat wurden Schulen in der Umgebung gesperrt, ebenso Straßen. WDBJ7 zeigte ein Foto Dutzender Polizeiautos in der Nähe des Tatorts. Die Mitarbeiter des Senders durften das Sendergebäude vorerst ebenfalls nicht verlassen.

Kollegen trauern um Opfer

„Das ist ein schrecklicher Tag für unsere Familie und die Gemeinde, der wir dienen“, schrieb der Meteorologe Brent Watts auf Twitter. „Uns bricht das Herz“, sagte WDBJ7-Manager Jeff Marks. Die Reporterin Alison Parker, die vor etwa vier Jahren als Praktikantin bei dem Sender begonnen hatte, sei ein „Rockstar“ gewesen, sagte ihre Kollegin Kimberly McBroom.

Der Kameramann Adam Ward war mit einer weiteren Mitarbeiterin des Senders verlobt, die beiden wollten bald heiraten. „Wir stehen alle unter Schock“, sagte Nachrichtensprecherin Jean Jadhon. Im Studio höre man die Mitarbeiter weinen. „Wir lieben Euch, Alison und Adam“, twitterte der Sender.

Die Tat heizt auch erneut die Debatte über das Waffenrecht in den USA an. Das Weiße Haus sagte, die Tat sei ein weiteres Beispiel dafür, dass Waffengewalt in den USA „zu alltäglich“ werde. Die demokratische Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton rief per Twitter dazu auf, „die Waffengewalt zu beenden“.

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