Deutsches Theater stellt tödlichen Flüchtlingstransport nach

Eine Woche nach dem qualvollen Tod von 71 Flüchtlingen in einem Lastwagen haben ein Spediteur und das Bochumer Schauspielhaus in einer Aktion auf das Flüchtlingsleid aufmerksam gemacht. Vor dem Theater parkte der Spediteur Gerard Graf gestern Abend einen 7,5-Tonner, der mit dem Lkw der Schlepper in Österreich baugleich war

Deutsches Theater stellt tödlichen Flüchtlingstransport nach

APA/EPA/Bernd Thissen

Dann ließ er 71 Bürger in den 15 Quadratmeter großen Laderaum steigen. Die Menschen standen dicht gedrängt und sichtlich erschüttert wenige Minuten auf der nicht verschlossenen Ladefläche.

„Pietätlos ist die politische Realität in Europa“

Der leitende Dramaturg Olaf Kröck sagte, er habe die Menschen „für einen Augenblick“ innehalten lassen und das Elend der Flüchtlinge sichtbar machen wollen. „Es ist unendlich wichtig, dass wir angesichts dessen, was in Europa passiert, Gegeninitiativen ergreifen“, sagte Kröck.

Pietätlos findet der Dramaturg die Aktion nicht: „Pietätlos ist die politische Realität in Europa, dass so viele Menschen in so einem Leid Tausende Euros ausgeben und unsichere Wege gehen müssen, während es für uns Europäer so viel einfacher und sicherer ist, in die andere Richtung zu reisen.“