Großdemo in Moldawien für Rücktritt des Präsidenten

Zehntausende Demonstranten haben gestern in der Republik Moldawien den Rücktritt von Präsident Nicolae Timofti sowie vorgezogene Neuwahlen gefordert. An der Kundgebung auf dem zentralen Platz der Hauptstadt Chisinau nahmen nach Angaben der Organisatoren von der Bürgerplattform „Würde und Gerechtigkeit“ zwischen 50.000 und 100.000 Menschen teil.

In einer Erklärung verlangten die Demonstranten auch den Rücktritt der Führung von Zentralbank und Generalstaatsanwaltschaft sowie eine Rückkehr der ehemaligen Sowjetrepublik auf den Weg der europäischen Integration. Timoftis Amtszeit endet im kommenden Jahr, der Präsident Moldawiens wird vom Parlament gewählt. Einige Demonstranten begannen mit der Errichtung von Zelten. Sie kündigten an, ihre Proteste so lange fortzusetzen, bis ihre Bedingungen erfüllt würden.

Die zwischen der Ukraine und Rumänien gelegene Republik Moldawiens mit ihren 3,5 Millionen Einwohnern zählt zu den ärmsten Ländern Europas. Die EU und Moldawien hatten im Juni 2014 ein Assoziierungsabkommen unterzeichnet, das eine Vertiefung der politischen und wirtschaftlichen Zusammenarbeit vorsieht. Die Assoziierungsabkommen sind Teil der 2009 ins Leben gerufenen östlichen EU-Partnerschaft. Moskau sieht diese Politik jedoch als Bedrohung seiner traditionellen Einflusssphäre.