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Elf Haftbefehle gegen Flüchtlinge erlassen

Nach den Unruhen am ungarisch-serbischen Grenzübergang Röszke vor drei Tagen hat die ungarische Staatsanwaltschaft Haftbefehle gegen elf festgenommene Flüchtlinge beantragt. Die Männer würden des „verbotenen Überschreitens der Grenzsperre als Teilnehmer von Massenunruhen“ beschuldigt, teilte die Staatsanwaltschaft in der südungarischen Stadt Szeged am Samstag mit.

Am Mittwoch waren ungarische Sicherheitskräfte und aufgebrachte Flüchtlinge am geschlossenen Grenzübergang Röszke zusammengestoßen. Die Polizei hatte Tränengas und Wasserwerfer eingesetzt, die Flüchtlinge mit Steinen und Flaschen geworfen. Nach Darstellung der ungarischen Behörden sollen die Migranten die Grenzsperre durchbrochen haben und von Sicherheitskräften zurückgedrängt worden sein.

Flüchtlinge suchen hinter einem Zelt  Schutz vor der ungarischen Polizei und deren Einsatz von Wasserwerfern

Reuters/Stoyan Nenov

Zweifel an offizieller Darstellung des Vorfalls

Indes mehren sich Zweifel an dieser Version. Der Oppositionspolitiker Ferenc Gyurcsany erklärte am Freitag: „Die Polizisten haben mit bewusster Absicht, auf geplante Weise und aller Wahrscheinlichkeit nach auf Weisung von Ministerpräsident Viktor Orban die Flüchtlinge angegriffen.“

Videos aufgetaucht

Tatsächlich veröffentlichte das Portal 24.hu Videoclips, auf denen zu sehen ist, wie Hunderte Flüchtlinge freudig durch das unerklärlicherweise geöffnete Grenztor gingen. Dabei riefen sie „Danke Ungarn“, offenbar in der Annahme, die Grenze sei für sie wieder offen. Danach sieht man, wie sie vor dem Angriff der Polizei davonlaufen.

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