VW-Skandal: USA-Chef vor Repräsentantenhaus geladen

Der USA-Chef des deutschen Autokonzerns Volkswagen soll wegen des Abgasskandals vor einem Ausschuss des Repräsentantenhauses aussagen. Ein Sprecher des Gremiums sagte gestern, Michael Horn sei für den 8. Oktober vorgeladen worden. Zu der Anhörung kämen auch Vertreter der US-Umweltbehörde EPA, die die Affäre ins Rollen gebracht hatte.

VW hat zugegeben, Abgaswerte von Dieselfahrzeugen in den USA mit einer bestimmten Software manipuliert zu haben. Insgesamt sind laut Konzernangaben weltweit bis zu elf Millionen Fahrzeuge betroffen. Die EPA hatte die Tricksereien am 18. September öffentlich gemacht. Auf VW kommen nun Milliardenklagen zu. Der langjährige Firmenchef Martin Winterkorn musste seinen Posten räumen.

Absatz in USA bisher nicht gesunken

Trotz des Skandals ist der Absatz von VW in den USA im September nicht gesunken. Der deutsche Konzern verkaufte von seiner Kernmarke VW im vergangenen Monat gut 26.000 Fahrzeuge, wie das Unternehmen mitteilte. Die Verkaufszahlen liegen damit einen Hauch über dem Vorjahresmonat.

Wegen der Affäre rechnen Analysten bei VW mit einem Absatzeinbruch auf dem US-Markt. Das Nordamerika-Geschäft schwächelt schon länger, da VW nicht die richtigen Modelle im Angebot hatte. Große Hoffnung setzt der Konzern auf den neuen Passat, der zum Jahresende in die amerikanischen Autohäuser rollt.