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Produktion eingestellt

Jahrzehntelang waren sie in jedem Wohnzimmer zu finden, nun werden sie endgültig Geschichte: Nach 39 Jahren wird die Herstellung von VHS-Videokassetten heuer eingestellt. Wie Heise.de im Sommer berichtete, hat der letzte noch aktive Anbieter, die deutsche SK-Unternehmensgruppe (Sauerland-Kunststoff), vor Kurzem die letzte weltweit verfügbare Charge aufgekauft.

Die Videokassetten der Marken Platinum und Xlyne werden voraussichtlich noch bis Ende 2015 angeboten. Andere Anbieter gibt es offenbar nicht mehr. Das Video Home System (VHS) von JVC kam erstmals 1976 in den USA und Japan auf den Markt und bot bahnbrechende zwei Stunden Aufnahmezeit.

Jahrelanger Formatkrieg

Relativ gleichzeitig kamen zwei weitere Videosysteme auf den Markt: Betamax von Sony und VCR/Video 2000 von Grundig und Philips. Es folgte ein jahrelanger Kampf der Hersteller um den Markt, der als Formatkrieg in die Technologiegeschichte eingehen sollte. Mit aggressivem Marketing und raschen Produktionszyklen versuchten die Anbieter die Konkurrenz zu überflügeln. VHS verlangte geringere Lizenzgebühren und gewann so größere Beliebtheit.

Pornoindustrie als Faktor

Einen wesentlichen Einfluss hatte die Pornoindustrie: Sowohl VCR/Video 2000 als auch Betamax nahmen auf diese Branche keine Rücksicht bzw. verweigerten sich ihr. Auch mit der Öffnung erster Videotheken, die freilich auf das gängigste System setzten, trug VHS den Sieg davon. Gegen Mitte der 80er Jahre betrug der VHS-Anteil schon über 90 Prozent. Die andren beiden Systeme verschwanden bald daraufhin vom Markt.

Viele Experten sind heute noch der Meinung, dass sie technologisch eigentlich höherwertig waren. Die Vorherrschaft der VHS-Kassette sollte fast 20 Jahre andauern, ehe die DVD sie ab 2000 aber sicher abzulösen begann. Schon 2001 wurden etwa in Deutschland mehr DVDs als Videokassetten verkauft.

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