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Rund 7,5 Millionen in Äthiopien bedroht

Eine schwere Dürre und das Klimaphänomen „El Nino“ haben die Zahl der Hungernden in Äthiopien dramatisch in die Höhe schnellen lassen. Rund 7,5 Millionen Menschen benötigten im Oktober nach Angaben des UNO-Büros für die Koordinierung humanitärer Hilfe (OCHA) Nahrungsmittelhilfe.

Das ist fast eine Verdopplung seit August, als nach UNO-Angaben 4,5 Millionen Äthiopier Nahrungsmittelhilfe benötigten. Nach Einschätzung von OCHA könnten im kommenden Jahr in Äthiopien 15 Millionen Menschen von der Nahrungsmittelkrise betroffen sein.

Schwache Ernte erwartet

„Ohne eine entschiedene, von der internationalen Gemeinschaft unterstützte Reaktion wird es (in Äthiopien, Anm.) mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Lebensmittelkatastrophe geben“, erklärte OCHA. Nach Angaben des Hunger-Frühwarnsystem-Netzwerks (FEWS Net) dürfte die nächste Ernte zwischen Oktober und Dezember „deutlich unter dem Durchschnitt“ liegen. Zu einem ungewöhnlich hohen Viehsterben kämen außerdem Einnahmeausfälle, sodass viele Menschen keine Lebensmittel kaufen könnten.

Das ostafrikanische Äthiopien ist das Land mit der zweitgrößten Bevölkerungszahl Afrikas, in einigen Gegenden des Landes regnete es seit mehr als einem Jahr nicht. Äthiopien liegt neben dem Krisenstaat Somalia, in dem nach UNO-Angaben 855.000 Menschen auf „lebensnotwendige Hilfe“ angewiesen sind.

Nur wenige profitieren von Wachstum

Bei dem Klimaphänomen „El Nino“ handelt es sich um eine deutliche Erwärmung der Meeresoberfläche am Äquator, die heftigen Regen in einigen Weltregionen und gleichzeitig Dürre in anderen Regionen auslöst. Seit der Hungerkatastrophe in Äthiopien von 1984 und 1985 ist die Knappheit von Lebensmitteln ein sensibles Thema in dem Staat.

Die Regierung fürchtet, dass eine neue Lebensmittelkrise einen Schatten auf die rasante Wirtschaftsentwicklung werfen könnte. Äthiopien hat ein beinahe zweistelliges Wirtschaftswachstum vorzuweisen. Doch viele Bewohner profitieren nicht davon - fast 20 Millionen der rund 83 Millionen Äthiopier leben unterhalb der Armutsgrenze von 1,25 Dollar (1,1 Euro) pro Tag. Nach Einschätzung der UNO sind angesichts der Dürre 237 Millionen Dollar (210 Mio. Euro) an Nothilfe nötig. Einen Teil davon, 33 Millionen Dollar, stellte die äthiopische Regierung bereit.

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