Rom: Streit über Gesetz zu Lebenspartnerschaften

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Pläne des italienischen Premiers Matteo Renzi, erstmals ein Gesetz zur Legalisierung eheähnlicher Lebenspartnerschaften einzuführen, sorgt für politische Turbulenzen in Rom. Die Allianz aus Renzis Demokratischer Partei (PD) und dem konservativen Regierungspartner NCD droht wegen Streits über das Gesetz in die Brüche zu gehen.

„Das Gesetz über die Lebenspartnerschaften muss verabschiedet werden, für die PD-Partei ist das ein unverzichtbares Thema. Wenn uns der NCD nicht unterstützt, werden wir Verbündete bei anderen politischen Kräften suchen“, so Reformenministerin Maria Elena Boschi.

Die Worte der Ministerin lösten heftige Kritik von NCD-Chef Innenminister Angelino Alfano aus, der die zweitstärkste Regierungspartei führt. „Auch wir sind zu jeder möglichen Allianz im Parlament bereit, um das Gesetz zu stoppen“, so Alfano.

Italien ist das einzige große EU-Land, das kein Gesetz zur Regelung von Lebenspartnerschaften hat. Die Einführung eines derartigen Gesetzes ist ein Schwerpunkt in Renzis Programm.