EU einigt sich auf Fangquoten für Ostsee

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Die EU-Länder haben sich auf die Fangquoten für wichtige Fischarten in der Ostsee für das kommende Jahr verständigt. Die EU-Fischereiminister hätten dabei den Beschluss gefasst, die Mengen für den als gefährdet geltenden Dorsch im östlichen und westlichen Teil der Ostsee um jeweils 20 Prozent zu reduzieren, sagte Luxemburgs Agrarminister Fernand Etgen gestern in Luxemburg.

Die Einigung sei „wichtig sowohl für die Nachhaltigkeit der Bestände als auch für die Wirtschaften der betroffenen Länder“. Die Minister hatten mehr als zwei Stunden länger über die Fangquoten verhandelt als geplant. Die Sitzung wurde mehrfach unterbrochen, um Kompromisse auszuarbeiten.

Streit um den Dorsch

Die „komplizierteste Frage“ sei die Fangmenge für Dorsch gewesen, sagte der zuständige EU-Kommissar Karmenu Vella. Er verwies darauf, dass insbesondere der Dorsch in der westlichen Ostsee „überfischt“ sei und unter den notwendigen Grenzen für eine natürliche Erneuerung liege.

Die EU-Kommission hatte beim westlichen Dorsch zunächst eine Reduzierung von 35 Prozent vorgeschlagen. Deutschland sah damit die Existenz seiner Fischer bedroht. Vella zufolge wird die Reduzierungsentscheidung um 20 Prozent beim Dorsch in der westlichen Ostsee nun begleitet von weiteren Schutzmaßnahmen.

Dazu gehört ein auf sechs Wochen erweitertes Fangverbot während der Laichzeit von Mitte Februar bis Ende März 2016. Vella zeigte sich zuversichtlich, dass der Beschluss vom Donnerstag die Bestände „auf den Weg der Erholung“ bringen werde.