Palästinenser von israelischem Sicherheitsmann getötet

Ein israelischer Sicherheitsmann hat einen Palästinenser erschossen, weil dieser ihn angeblich mit einem Messer bedroht hatte. Der Vorfall geschah laut israelischer Nachrichtenseite „Ynet“ und dem palästinensischen Portal „Maan“ in der Nähe eines Kontrollpunktes bei Jenin im Norden des Westjordanlands. Einzelheiten wurden zunächst nicht bekannt.

Seit mehr als drei Wochen eskaliert die Gewalt zwischen Israel und den Palästinensern. Bei etwa 30 palästinensischen Anschlägen und Konfrontationen von Demonstranten mit Sicherheitskräften wurden neun Israelis, ein Afrikaner und mehr als 50 Palästinenser getötet. Die meisten Palästinenser waren Attentäter, die bei der Tat von Sicherheitskräften oder Zivilisten erschossen wurden.

Als ein Auslöser der neuen Gewalt gilt ein Streit über die Nutzungsrechte des Tempelbergs in Jerusalem, der Muslimen und Juden heilig ist. Israel streitet palästinensische Vorwürfe ab, es wolle mehr Kontrolle über die drittheiligste Stätte des Islams erlangen.

Kerry in Jordanien: Bald Gespräche über Tempelberg

Das sogenannte Nahost-Quartett - die USA, Russland, die Europäische Union und die Vereinten Nationen - hatten die Gewalt in der Region gestern scharf verurteilt. Heute folgte ein Treffen von US-Außenminister John Kerry mit Palästinenserpräsident Mahmud Abbas im jordanischen Amman.

Zur Beilegung der Gewaltwelle verabredeten Vertreter des Landes und Jordaniens ein baldiges Treffen der Verantwortlichen für den Tempelberg, wie Kerry nach dem Gespräch bekanntgab. Regierungsvertreter Israels und Mitglieder der religiösen jordanischen Stiftung für den Tempelberg wollten über Wege zum Abbau der Spannungen beraten. Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu habe zugesagt sicherzustellen, dass nur Muslime auf dem von ihnen als Haram al-Scharif bezeichneten Tempelberg beten dürften. Der Besuch sei aber auch weiterhin Angehörigen anderer Religionen gestattet.