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Feuer setzt sich unterirdisch fort

Die NASA sieht in den verheerenden Bränden in Indonesien, die seit mehr als zwei Monaten mehrere Regionen betreffen, die bisher schlimmsten Waldbrände. Die US-Weltraumbehörde warnt, dass sich diese Feuer und die dunklen zähen Rauchschwaden der Superlative weiter ausbreiten können, wie die australische Website News.com.au schreibt.

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Ein Ende ist ob der ungewöhnlichen Beschaffenheit der Brände nicht in Sicht, wie die NASA auf ihrer Erdbeobachtungswebsite schreibt. Die Brände in Indonesien seien nicht wie andere Feuer. Sie seien extrem schwierig zu löschen, denn sie schwelten unter der Oberfläche oft über Monate hinweg weiter.

Satellitenbild der Waldbrände

NASA

Die riesigen Rauchwolken, sind auch aus dem Weltall gut zu sehen - hier auf einem kürzlich veröffentlichten NASA-Bild

Regenzeit ab Mitte November

In Indonesien hofft man auf die Regenzeit, denn dann haben laut den NASA-Experten auch die Feuerwehrleute unter Verstärkung des Regens eine Chance, die Brände zu löschen. Niederschlag verbesserte unterdessen am Mittwoch in vielen Provinzen die Luft- und Sichtverhältnisse, wie die Katastrophenschutzbehörde am Mittwoch mitteilte. Wie lange diese Erholungsphase allerdings anhält, darüber kann nur spekuliert werden, denn die unterirdischen Brände sind hartnäckig. Und auch die Regenzeit wird erst für Mitte November erwartet.

Satellitenbild der Waldbrände

NASA

Das Gebiet auf einer vergrößerten NASA-Aufnahme

Starker Rauch und große Luftverschmutzung

Aufgrund ihres schwelenden Charakters rauchen die Brände viel mehr als konventionelle und verschmutzen daher auch die Luft stärker, so die NASA. Die Grundlage ist der Torf in den Wäldern. Torf ist Erde ähnlich und besteht aus teils verrottetem Material von Pflanzen wie etwa Blättern. Torf ist in den feuchten Gebieten an den Küsten der großen indonesischen Inseln Borneo und Sumatra zu finden, so die NASA weiter. Aufgrund der Dicke der Schicht findet das Feuer immer neues brennbares Material.

Waldbrand in Indonesien

Reuters/Darren Whiteside

Unterirdisch können die Brände noch Monate weiterschwelen

In Indonesien wüten seit zwei Monaten Tausende von diesen Bränden, die vor allem auf Brandrodung zurückgehen. Unternehmen machen auf diese Weise schnell und billig Platz für neue Ölpalmen- oder Industrieholzplantagen. In Kalimantan und der benachbarten Insel Sumatra zerstörten die Wald- und Torffeuer bisher 1,7 Millionen Hektar Wald.

Hunderttausende erkrankt

Riesige Rauchschwaden ersticken große Teile Südostasiens. Sie verursachten laut den indonesischen Behörden bei mehr als einer halben Million Menschen Atemwegserkrankungen. Die Behörden bestätigten auch am Mittwoch, dass die Brände bisher 19 Todesopfer forderten.

Im Kampf gegen die Feuer hat die Regierung rund 30 Flugzeuge und Zehntausende Soldaten im Einsatz. „Wenn kein Regen kommt, gibt es keine Möglichkeit, durch menschliche Intervention die Feuer zu löschen“, sagte der indonesische Umweltminister Wan Junaidi Tuanku Jaafar vor wenigen Tagen der Nachrichtenagentur AFP. Die Brände seien über ein „riesiges Gebiet“ in Indonesien verteilt, sagte Wan Junaidi.

Sauerstoffflaschen als Erholung

Die Regierung entsandte für eventuelle Evakuierungen Kriegsschiffe in die am schlimmsten betroffenen Gebiete. Die Kriegsschiffe sollen den Bewohnern auch mit Frischluft dienen. In den betroffenen Regionen werden auch eigene Sauerstoffunterkünfte aufgestellt, um den Bewohnern, die Atemprobleme haben, per Sauerstoffflasche eine kurze Erholung zu gönnen. Schulen mussten schließen, viele Flüge abgesagt werden.

Experten zufolge wurde in Indonesien seit September wegen der Brände an den meisten Tagen mehr klimaschädliches Kohlendioxid ausgestoßen als in den USA. Die gelegten Brände, die schließlich unkontrollierbar werden, werden in diesem Jahr durch das Wetterphänomen El Nino aber verstärkt.

Die Nachbarstaaten reagieren mit wachsender Empörung. Inzwischen treiben die beißenden Wolken bis zu den thailändischen Urlaubsinseln und zu den Philippinen. Am Montag brach Präsident Joko Widodo wegen der Brandkatastrophe seinen US-Besuch ab.

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