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„Wir beobachten wachsam, was vorgeht“

Die Errichtung eines Grenzzauns deutet sich auch in Slowenien zusehends als eine mögliche Option an. Ljubljana ist laut Regierungschef Miro Cerar notfalls bereit, „mit allen möglichen Mitteln“ Maßnahmen zur Eindämmung des Flüchtlingszuzugs zu verschärfen. Das könnte auch einen Zaun an der Grenze zu Kroatien bedeuten, wie der Premier am Mittwoch sagte.

„Wir beobachten wachsam, was nördlich und südlich von uns vorgeht“, so Cerar mit Blick auf die Ankündigung Österreichs, einen Zaun an der Grenze zu Slowenien errichten zu wollen. Slowenien sei bereit, auch „technische Barrieren“ an seiner Grenze mit Kroatien zu errichten, sobald sich das als notwendig herausstelle, sagte Cerar nach der Sitzung des Rates für nationale Sicherheit.

Slowenien wünsche sich keine „Mauer“ zwischen den EU-Ländern, sagte der Premier. „Werden wir aber dazu gezwungen, sind wir schon morgen bereit, Sperren auch an unserer Grenze mit Kroatien aufzustellen und somit den Flüchtlingsstrom wesentlich einzudämmen bzw. sie (die Flüchtlinge, Anm.) zu bestimmten Übergangspunkten zu leiten, um den Zustrom zusätzlich beherrschen zu können.“

Vorgehen hängt von Lage in Österreich ab

Neben der Errichtung eines Zauns nannte der Premier als mögliche Maßnahmen unter anderem auch die Verstärkung des Polizeiaufgebotes an der Grenze, auch mit Hilfe der vereinbarten Unterstützung der Polizeibeamten aus anderen EU-Ländern. Möglich sei auch eine Aufstockung des Assistenzeinsatzes der Armee, wenn nötig auch die Mobilisierung von Reservisten.

Die Verschärfung der slowenischen Maßnahmen wird laut Außenminister Karl Erjavec auch davon abhängen, wie sich nach der Errichtung des österreichischen Zauns der Durchfluss nach Österreich entwickeln wird. Sollte sich die Ausreise der Flüchtlinge nach Österreich „normal und in dem Umfang der letzten Tage“ fortsetzen, sieht der Außenminister keine Probleme. „Sollten sich die Umstände aber verschärfen, dann werden zusätzliche Maßnahmen nötig.“

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