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300 verbrachten Nacht im Freien

4.000 Flüchtlinge haben die Nacht auf Donnerstag im steirischen Grenzort Spielfeld verbracht. Frauen und Kinder konnten in beheizten Zelten untergebracht werden, etwa 300 Personen mussten die Nacht jedoch im Freien verbringen. Auch an der deutsch-österreichischen Grenze mussten Tausende Flüchtlinge stundenlang ausharren.

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Die Menschen wurden mit Wolldecken, Aludecken und warmen Getränken versorgt, berichtete die Polizei Donnerstagfrüh. Am Mittwochabend hatten etwa 3.500 Menschen versucht, über die Grazer Straße (B67) nach Österreich zu gelangen. Zu diesem Zeitpunkt hielten sich insgesamt über 6.000 Menschen in der Erstversorgungsstelle in Spielfeld auf. Rund 2.000 Flüchtlinge wurden in den Abendstunden in Notunterkünfte in Graz und in anderen Bundesländern gebracht.

Am Donnerstag wurde der Weitertransport mit Bussen wiederaufgenommen. In Bad Radkersburg kam es in der Nacht zu keinem Grenzübertritt, derzeit befinden sich dort keine Flüchtlinge. Für Donnerstag werden an beiden Grenzübergängen insgesamt mehrere tausend Flüchtlinge erwartet - mehr dazu in oesterreich.ORF.at.

5.000 an Grenze bei Passau

An der deutsch-österreichischen Grenze kam es in der Nacht zu einem Rückstau. Alleine in Wegscheid und dem Grenzübergang Achleiten-Passau seien knapp 5.000 Menschen angekommen, sagte ein Sprecher der deutschen Bundespolizei in Passau in der Nacht auf Donnerstag.

Vor allem in den frühen Abendstunden hatte die Zahl der Busse, die die Flüchtlinge aus Österreich an die Grenze transportierten, noch einmal zugenommen. „Bis zum Mittag ist das alles kein Problem. Aber am späten Nachmittag geht es Schlag auf Schlag. Dabei sind die österreichischen Kollegen genauso überfordert wie wir“, sagte der Sprecher der Bundespolizeiinspektion Freyung, Thomas Schweikl.

„Nur Frage der Zeit, wann erstes Baby erfriert“

Stundenlang hatte der Großteil der Flüchtlinge bei Dunkelheit, Feuchtigkeit und Kälte auf den Weitertransport nach Deutschland warten müssen. Das Hauptproblem ist mittlerweile die zu geringe Zahl von Bussen, die die Menschen von der Grenze in die Notquartiere in Deutschland bringen. Erst gegen 3.00 Uhr seien die letzten wartenden Flüchtlinge von den Grenzorten in die Unterkünfte gebracht worden, sagte der Sprecher der Polizeiinspektion Freyung, Heinrich Onstein, Donnerstagfrüh. „Die Menschen mussten länger in der Kälte ausharren, als uns lieb war.“

Es sei nur eine Frage der Zeit, wann das erste Baby dort erfriere, warnte Lothar Venus von der Stabsstelle des Landkreises Passau. Die Stimmung sei am Siedepunkt. Am Grenzübergang in Hanging zwischen Kollerschlag und Wegscheid seien am Abend die Emotionen hochgegangen. Unter den Flüchtlingen habe sich kurzfristig Unruhe breitgemacht, so Bezirkspolizeikommandant Herbert Kirschner: „Es war kurz eine Unruhe aufgrund eines Gerüchtes oder auch, weil die Abfertigung etwas verzögert verlaufen ist. Aber wir konnten die Situation wieder in den Griff bekommen.“

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