Flüchtlinge: Gericht ordnet Verbesserungen in Calais an

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Ein Gericht im nordfranzösischen Lille hat eine Verbesserung der Bedingungen im Flüchtlingslager von Calais in Frankreich angeordnet. Das Gericht forderte die Behörden gestern auf, in dem „Dschungel“ genannten Lager zehn weitere Wasserstellen mit jeweils fünf Wasserhähnen und 50 WCs einzurichten.

Flüchtlingslager in Calais

APA/AFP/Philippe Huguen

Zudem müssten Müllsammelstellen geschaffen und das Lager grundgereinigt werden. Das alles müsse binnen acht Tagen geschehen, für jeden Tag Verzögerung sind hundert Euro Strafe fällig.

Viele Familien mit Kindern

Hilfsorganisationen und Menschenrechtsaktivisten kritisieren schon seit Langem die Zustände in dem Lager, in dem die Flüchtlinge in selbst gebauten Zelten schlafen. In dem Lager sei es nun zudem kalt, windig und nass, kritisierte erst kürzlich ein Helfer.

Während früher die meisten Flüchtlinge aus Afrika kamen, leben inzwischen auch Iraker, Iraner und Syrer im „Dschungel“. Darunter sind auch viele Familien mit Kindern.

Menschen wollen weiter nach Großbritannien

Die Zahl der Flüchtlinge im „Dschungel“ hat sich den Behörden zufolge in den vergangenen Wochen auf fast 6.000 Menschen verdoppelt. Die Flüchtlinge versuchen von der Hafenstadt Calais aus nach Großbritannien zu gelangen. Weil das wegen der verstärkten Sicherheitsmaßnahmen noch schwieriger geworden ist, strandeten zuletzt mehr und mehr Flüchtlinge in Calais.