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Global 2000 sieht Genlachs als Vorboten

Nachdem am Donnerstag bekanntgeworden ist, dass in den USA mit dem Lachs „AquAdvantage Salmon“ erstmals ein gentechnisch verändertes Tierprodukt von der US-Lebensmittelbehörde FDA zugelassen wurde, warnte Global 2000 vor den Folgen. „Diese Entscheidung ist ein Dammbruch für weitere Lebensmittel von gentechnisch veränderten Tieren“, sagte Global-2000-Sprecherin Heidemarie Porstner.

Denn neben dem Genlachs, der fast doppelt so schnell wächst wie herkömmliche Tiere, warten 30 weitere gentechnisch veränderte Fische - neben anderen Tieren wie Rindern - in der Pipeline auf ihre Zulassung, berichtete die Umweltorganisation am Freitag in einer Aussendung. Für den Konsumenten herrscht dabei keine Entscheidungsfreiheit, ob er den Genlachs konsumieren will oder nicht, denn er kommt ohne Kennzeichnung auf den Markt.

Kritik an „mangelnder Sicherheitsbewertung“

Global 2000 kritisierte zudem die mangelhafte Sicherheitsbewertung der FDA, da der Gentech-Lachs auch von unabhängigen Wissenschaftlern in den USA als bedenklich eingeschätzt worden sei. Laut der Partnerorganisation der NGO, Friends of the Earth US, wurden etwa über die Bedenklichkeit für den Verzehr als Lebensmittel keine ausreichenden Untersuchungen angestellt. Ebenso könnte sich der Gentech-Lachs mit wild lebenden Lachsen kreuzen und in deren Populationen Schaden anrichten.

Auch der Handel scheint den Lachs nicht willkommen zu heißen: In den USA hätten sich bereits mehr als 60 Lebensmittelketten mit 9.000 Filialen gegen den Verkauf des gentechnisch veränderten Lachses ausgesprochen, berichtete die Umweltorganisation. 1,8 Millionen US-Bürger hätten eine Petition gegen die Zulassung unterzeichnet.

„Warnsignal für Europa“

Nicht zuletzt ist Gentechnik Thema in TTIP und CETA. Bei den beiden geplanten Handelsabkommen zwischen den USA bzw. Kanada und der EU geht es zentral um die Frage der Lebensmittelstandards. „Das sollte einmal mehr ein Warnsignal sein, wenn es während der TTIP-Verhandlungen um die Angleichung bzw. das gegenseitige Anerkennen von Lebensmittelstandards geht“, sagte Porstner.

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