Flüchtlinge: NGOs kritisieren Balkan-Staaten

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Mehrere Hilfsorganisationen haben vor den Folgen der neuen Grenzkontrollen auf dem Balkan für die Flüchtlinge gewarnt. Wegen der von Mazedonien, Slowenien und anderen Staaten eingeführten Maßnahmen säßen einige Familien fest, erklärten Vertreter der Vereinten Nationen und der Internationalen Organisation für Migration (IOM) heute. Die Spannungen an den Grenzen verschärften sich.

Am Mittwochabend bzw. gestern Früh hatten nacheinander Kroatien, Serbien und Mazedonien ihre Grenzen für alle Flüchtlinge mit Ausnahme von Syrern, Irakern und Afghanen geschlossen. Auch wenn der überwiegende Teil der Schutzsuchenden aus diesen drei Staaten stammt, sitzen nun Hunderte Menschen oft ohne Papiere entlang der Balkan-Route fest.

„Genau zum Wintereinbruch“

„Wir fürchten, dass Menschen genau zum Wintereinbruch ohne Unterkunft, Nahrung und Hilfe auf dem Balkan stranden“, sagte Stephane Moissang, Landeskoordinator von Ärzte ohne Grenzen in Serbien. Die Betroffenen bekämen oft keinerlei Information darüber, wohin sie gehen oder was sie tun sollen.

„Es ist nicht akzeptabel, dass Asylsuchende nach Nationalitäten segregiert werden. Das Recht auf universellen Zugang zu Asylverfahren muss gewährleistet sein“, fügte Moissang hinzu. „Wir fürchten, dass die Schließung der Grenzen für einige dazu führen wird, dass die Abgewiesenen nur noch gefährlichere Routen wählen.“