Russland: Über 600 Rebellen in Syrien bei Angriff getötet

Russland hat nach eigenen Angaben mehr als 600 Rebellen bei einem Raketenangriff in der syrischen Provinz Deir al-Zor getötet. Das gab Verteidigungsminister Sergej Schoigu laut der Nachrichtenagentur RIA heute bekannt.

Insgesamt seien 18 Marschflugkörper abgefeuert worden. „Alle Ziele wurden zerstört.“ In den vergangenen vier Tagen seien 820 Ziele zerstört worden. Schoigu fügte hinzu, Russland habe die Zahl an Flugzeugen bei seiner Militärintervention in Syrien auf 69 Maschinen verdoppelt.

Russlands Wladimir Putin kündigte die nächste Phase der russischen Militärintervention an. Die bisherigen Ziele seien erreicht worden, sagte Putin der Nachrichtenagentur RIA Nowosti zufolge bei einer Videokonferenz mit Militärs. Das reiche aber noch nicht aus, um „Syrien von Rebellen und Terroristen zu säubern und die russische Bevölkerung vor Terroranschlägen zu schützen“. Ein Einsatz von Bodentruppe werde nicht diskutiert, so ein Sprecher.

Lawrow telefoniert mit Kerry

Das russische Außenministerium teilte unterdessen in einer Aussendung mit, Außenminister Sergej Lawrow habe mit seinem US-Amtskollegen John Kerry telefoniert. Die beiden sprachen demnach über die Notwendigkeit, gemeinsam die Terrormiliz Islamischen Staat (IS) in Syrien zu bekämpfen, und die Erfordernis von Gesprächen zwischen dem Regime von Machthaber Baschar al-Assad in Damaskus und der syrischen Opposition.

Assad ist ein Verbündeter Moskaus, der Westen unterstützt die gemäßigte Opposition. Diese startete 2011 Massendemonstrationen gegen das Polizei- und Geheimdienstregime Assads, die dann in den Bürgerkrieg mündeten.

Türkei protestiert gegen russische Luftangriffe an Grenze

Nach den russischen Luftangriffen auch an der türkisch-syrischen Grenze hat die Regierung in Ankara den russischen Botschafter einbestellt und Moskau vor „ernsten Konsequenzen“ gewarnt. Wie das türkische Außenministerium mitteilte, wurde Botschafter Andrej Karlow deutlich gemacht, dass Ankara den „sofortigen Stopp dieser Operation“ fordere.

Nach Ansicht der türkischen Regierung sind turkmenische Dörfer in der Region Ziel der russischen Luftangriffe. Laut Regierungschef Ahmet Davutoglu wurden dabei „40 turkmenische Dorfbewohner verletzt“. Ankara sieht sich als Anwalt und Beschützer der turkmenischen Minderheit im türkisch-syrischen Grenzgebiet.