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„Besonderer Weltbürger“

Mit Bestürzung haben Politiker und Vertreter der Kulturwelt auf den Tod des international renommierten Theaterregisseurs Luc Bondy reagiert. Bondy habe das Kultur- und Theaterleben in Österreich maßgeblich mitgeprägt, die Theaterwelt verliere einen herausragenden Regisseur und Künstler, sagte etwa Kulturminister Josef Ostermayer (SPÖ).

„Bondy war ein besonderer Weltbürger, der auf allen wichtigen Bühnen wirkte und der mit viel Weltoffenheit mehr als zehn Jahre die Wiener Festwochen leitete. Mit ihm verliert die Theaterwelt einen Avantgardisten und künstlerischen Freigeist“, so Ostermayer in einer Aussendung. „Wir alle trauern heute um einen großen Mann des Theaters“, drückte Ostermayer auch seine Anteilnahme gegenüber der Familie aus.

SPÖ-Klubobmann Andreas Schieder sagte, Bondy habe als eines der größten Theatertalente seiner Generation Impulse gesetzt, Haltung gezeigt und begeistert. Wiens Bürgermeister Michael Häupl und Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (beide SPÖ) sagten, Bondys Beitrag für das Theater und die Gesellschaft werde noch lange Zeit in der Kunstwelt wirken.

Fekter: „Tiefe Fußabdrücke“

ÖVP-Kultursprecherin Maria Fekter zeigte sich ebenso wie der Kultursprecher der ÖVP Wien, Fritz Aichinger, betroffen. Bondy habe förmlich gebrannt für das Theater und habe „tiefe Fußabdrücke“ hinterlassen, so Fekter. Bondy habe die Festwochen wie kein Zweiter geprägt, er sei eine Institution im Wiener Kulturleben gewesen und habe Wien zu einer europäischen Kulturmetropole geformt, sagte Aichinger.

Bondys federleichter, oft humorvoller Umgang mit inhaltsschweren Stoffen sei Modell für mehrere Regiegenerationen geworden, so Wolfgang Zinggl, Kultursprecher der Grünen. Bondys Tod sei ein großer Verlust, sagte Beate Meinl-Reisinger, Kultursprecherin von NEOS Wien.

Frankreichs Kulturministerin „schockiert“

Frankreichs Kulturministerin, Fleur Pellerin, würdigte Bondy in einer ersten Reaktion auf Twitter als „einen der größten Regisseure Europas“. Die Nachricht vom Tod des Theatermachers habe sie „schockiert“, so Pellerin. Bondy hatte 2012 Olivier Py an der Spitze des Pariser Odeon Theatre de l’Europe mit dem Wunsch abgelöst, ein „europäisches, zukunftsorientiertes Theater“ zu präsentieren.

Meyer und Bechtolf tief betroffen

Neben den Wiener Festwochen war Bondy auch den Salzburger Festspielen seit Jahrzehnten eng verbunden. In einer gemeinsamen Aussendung sagten deren künstlerischer Direktor Sven-Eric Bechtolf und die kaufmännische Direktorin Helga Rabl-Stadler, sie hätten Bondy „als Mensch und als Künstler viel zu verdanken“. Den Festspielen, vielen Künstlern und seinem Publikum werde er „schmerzlich fehlen“.

Auch Dominique Meyer, Direktor der Wiener Staatsoper, reagierte tief betroffen auf den Tod Bondys, mit dem ihn eine „sehr vertrauensvolle Freundschaft verband“. „Er war ein vielseitiger, universalgebildeter Theatermann mit einer ausgeprägten künstlerischen Bandbreite“, so Meyer in einer Aussendung.

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