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Italien alarmiert

Die in Syrien und im Irak militärisch unter Druck geratene Terrormiliz Islamischer Staat (IS) weitet ihre Aktivitäten im Bürgerkriegsland Libyen aus. Vor allem Italien ist alarmiert - die libysche Mittelmeerküste ist keine 700 Kilometer von Sizilien entfernt.

Mehrere italienische Zeitungen berichteten Ende November, dass sich inzwischen mehr als 2.000 IS-Kämpfer in Sirte festgesetzt hätten, dem Geburtsort des früheren Diktators Muammar al-Gaddafi. Weitere Einheiten könnten nach Libyen verlegt werden, wenn die Extremisten in ihrer syrischen Hochburg al-Rakka in Bedrängnis geraten sollten, hieß es.

Dominanz ausländischer Kämpfer

Davor hatte die „New York Times“ berichtet, dass ausländische IS-Kämpfer libysche Dschihadisten abgelöst und das Kommando in Sirte übernommen haben sollen. Zahlreiche ausländische Kämpfer seien aus der ganzen Region in die Stadt gekommen.

Der Libyen-Experte des Nahost-Rafik-Hariri-Zentrums vom Atlantic Council, Mohamed Eljarh, sagte in einem CNN-Interview, dass aktuell „sehr viel Bewegung“ außerhalb der wichtigen Ölterminals und am Hafen von Sirte zu beobachten sei. Der Verkauf von Erdöl ist eine der wichtigsten Einnahmequellen des IS in Syrien und im Irak.

Libyen war vor dem Zweiten Weltkrieg für einige Jahrzehnte eine italienische Kolonie. Seit Jahren machen sich von dort unzählige Bootsflüchtlinge auf den Weg über das Mittelmeer in Richtung Italien.

Pentagon bestätigt Tod ranghoher Führer

Am Montag bestätigten die USA den Tod des Anführers des IS in Libyen, Abu Nabil. Nabil sei bei einem Luftangriff Mitte November getötet worden, sagte eine Pentagon-Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur. Das Pentagon hatte den Tod des auch als Wisam al-Subaidi bekannten IS-Anführers zuvor bestätigt, die Darstellung dann aber korrigiert und auf die laufende Untersuchung verwiesen. Diese habe auch deshalb so lange gedauert, weil die Sicherheit der US-Kräfte am Boden sichergestellt werden müsse, sagte die Sprecherin.

Nabil war der „Washington Post“ zufolge früher ein irakischer Polizist und lange Zeit für das Terrornetzwerk Al-Kaida im Einsatz. IS-Führer Abu Bakr al-Bagdadi habe ihn 2014 nach Libyen geschickt, um dort einen Ableger des IS aufzubauen. Dem Pentagon zufolge war Nabil möglicherweise auch der Sprecher in einem Video vom Februar, das die Hinrichtung koptischer Christen zeigt.

Teile Sirtes schon im Februar erobert

Der IS hatte bereits im Februar weite Teile von Sirte erobert. Zu der Zeit meldeten sich die Dschihadisten per Internetvideo mit einer „in Blut geschriebene Nachricht an die Nation des Kreuzes“ zu Wort und zeigten, wie 21 Geiseln, christliche Kopten aus Ägypten, an einem Strand „südlich von Rom“ enthauptet wurden.

Die Anrainerstaaten des nordafrikanischen Landes sind schon lange in Sorge. Vor allem die vielen Waffen aus dem einstigen Arsenal Gaddafis sind derzeit eine Bedrohung für die ganze Region. Denn seit dem Sturz und der Ermordung des Diktators 2011 herrscht politisches Chaos in Libyen, mit einer islamistischen Regierung im westlichen Tripolis und einer weiteren, international anerkannten Regierung im östlichen Tobruk. Zahlreiche Milizen kämpfen um Macht und Geld.

Eine politische Einigung in Libyen ist nach Einschätzung von Beobachtern der einzige Weg, den IS effektiv zu bekämpfen. Als Beispiel dafür gilt die libysche Hafenstadt Derna, wo islamistische Brigaden gemeinsam mit Bürgern die Terrormiliz vertreiben konnten.

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