Menschenrechtler kritisieren Huthi-Miliz im Jemen

Human Rights Watch (HRW) hat den Huthi-Rebellen in Jemen eine Kampagne gegen Oppositionsgruppen und Nichtregierungsorganisationen (NGOs) vorgeworfen.

Die Menschenrechtsorganisation kritisierte heute, die schiitische Rebellenbewegung habe seit der Einnahme der Hauptstadt Sanaa zahlreiche Aktivisten, Oppositionelle und Journalisten festgenommen oder verschwinden lassen.

Maßnahmen gegen islamistische Partei

HRW stützt sich auf die Befragung von Mitgliedern von vier NGOs, die im April offenbar wegen ihrer Verbindungen zur islamistischen Partei al-Islah unterdrückt wurden. HRW verwies auf Angaben des UNO-Menschenrechtskommissariats, wonach die Büros von insgesamt 33 Gruppen geschlossen wurden, seitdem die Huthis im September 2014 nach Sanaa vordrangen.

Vielfach seien Geräte beschlagnahmt worden, besonders Gruppen mit Verbindung zu al-Islah hätten seither ihre Aktivitäten nicht wieder aufnehmen können, erklärte HRW. Die sunnitische Partei ist ein entschiedener Gegner der Huthi-Rebellen.

Huthis zwangen Präsident zur Flucht

Die Rebellenbewegung aus dem Norden des Landes, die seit Jahren für eine stärkere Beteiligung an der Macht kämpft, war im September 2014 nach Sanaa vorgedrungen und hatte dort im Jänner vollständig die Macht übernommen.

Als sie im März auf die südliche Hafenstadt Aden vorrückte, floh Präsident Abd-Rabbu Mansur Hadi nach Saudi-Arabien und bat Riad um Hilfe. Das Königreich intervenierte daraufhin an der Spitze einer arabischen Militärkoalition. Am Dienstag sollen in der Schweiz Friedensgespräche zwischen den Huthi-Rebellen und der Regierung beginnen.