44 Tote bei Luftangriffen im Jemen

Kurz vor den geplanten Friedensgesprächen zwischen den Konfliktparteien im Jemen hat die Militärkoalition unter Führung Saudi-Arabiens bei Luftangriffen im Jemen mindestens 44 Menschen getötet. Bei Bombardements in der Region Haradh in der nördlichen Provinz Hadschdscha seien sechs Häuser getroffen worden, berichteten Augenzeugen gestern.

Ein Feldlazarett vor Ort teilte mit, dass die Leichen von zwölf Zivilisten sowie mehr als 20 Verletzte eingeliefert worden seien. Haradh liegt an der Grenze zu Saudi-Arabien und zählt zu den Hochburgen der schiitischen Huthi-Rebellen.

Heftige Kämpfe

In der Nähe der südjemenitischen Stadt Damt wurden nach Angaben aus Armeekreisen zwölf Rebellen durch regierungstreue Kämpfer getötet. Die Huthi-Rebellen und ihre Verbündeten hatten die Stadt im November eingenommen. In derselben Gegend seien am Vortag bei Kämpfen neun Rebellen und vier regierungstreue Kämpfer getötet worden, hieß es weiter. Später bombardierte die arabische Militärkoalition einen Rebellenkonvoi auf dem Weg zwischen den Provinzen Taes und Lahdsch. Dabei seien sieben Menschen getötet worden, verlautete von Stammesvertretern.

Friedensgespräche beginnen

Diese Woche sollen in der Schweiz unter Vermittlung der Vereinten Nationen Friedensgespräche zwischen den Huthi-Rebellen und dem jemenitischen Regierungslager stattfinden. Ein von der Regierung vorgeschlagener siebentägiger Waffenstillstand soll die Gespräche voraussichtlich begleiten.

Die Huthi-Rebellen waren im September 2014 in die jemenitische Hauptstadt Sanaa vorgedrungen und hatten dort im Jänner vollständig die Macht übernommen. Als sie im März auf die südliche Hafenstadt Aden vorrückten, floh Jemens Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi nach Saudi-Arabien und bat Riad um Hilfe. Das Königreich intervenierte daraufhin an der Spitze einer arabischen Militärkoalition.