Friedensgespräche im Jemen ins Stocken geraten

Die Friedensverhandlungen für das Bürgerkriegsland Jemen sind laut einem Medienbericht vorübergehend ins Stocken geraten.

Die Delegation der schiitischen Huthi-Rebellen sei heute zunächst nicht zu den Gesprächen in der Schweiz erschienen, meldete der arabische Nachrichtenkanal al-Arabija. Damit hätten sie gegen die „Entwicklung auf dem Boden“ protestiert.

Die Rebellen warfen den Vereinten Nationen zudem vor, parteiisch zu sein. Erst am Nachmittag hätten sich die Huthis zu einer Rückkehr an den Verhandlungstisch entschieden.

Waffenstillstand hält nicht

Anhänger des jemenitischen Präsidenten Abd Rabbo Mansur Hadi hatten nach eigenen Angaben trotz eines Waffenstillstandes die strategisch wichtige Provinzhauptstadt al-Hasm im Norden des Landes eingenommen. Mit Beginn der Friedensgespräche in der Schweiz war am Dienstag eigentlich ein Waffenstillstand in Kraft getreten. Gestern einigten sich die Konfliktparteien zudem auf Hilfslieferungen für die Stadt Tais im Süden des Landes.

Im Jemen tobt seit Monaten ein Bürgerkrieg zwischen den Huthis und Anhängern von Präsident Hadi. Eine von Saudi-Arabien geführte Koalition bombardiert seit März Stellungen der Aufständischen. Das Terrornetzwerk Al-Kaida und andere Extremisten machen sich das Chaos in dem bitterarmen Land zunutze.