Abholzung von Olivenbäumen in Italien gestoppt

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Mehrere italienische Staatsanwälte der Region Apulien haben eine Anordnung der EU zum Fällen Tausender erkrankter Olivenbäume gestoppt. Wie nun bekannt wurde, leiteten die Justizvertreter der südlichen Region Ermittlungen gegen zehn Forscher und Behördenvertreter ein, darunter gegen den von der örtlichen Regierung bestellten Kommissar Giuseppe Silleti. Sie werfen ihnen nicht nur vor, zur „Verbreitung einer Pflanzenkrankheit“ beigetragen und der Umwelt geschadet zu haben, sondern auch in Interessenkonflikte verstrickt zu sein.

In dem Fall geht es um Tausende Olivenbäume, die mutmaßlich von dem für die Pflanzen tödlichen Bakterium Xylella befallen sind. Aus Angst, dieses könnte sich auf Spanien und Frankreich ausbreiten, hatte die EU angeordnet, die befallenen Bäume mitsamt den umliegenden gesunden Pflanzen zu fällen. Die Staatsanwälte werfen den örtlichen Beschuldigten aber nun vor, „unwahre“ Fakten übermittelt und die EU so zu einer falschen Einschätzung gebracht zu haben.

Es gebe „keinen Beweis“ für eine Verbindung zwischen dem Bakterium und den Austrocknungserscheinungen der Bäume, von denen Tausende in Süditalien betroffen sind, erklärten die Staatsanwälte. Es gebe ausgetrocknete Olivenbäume, die nicht von dem Bakterium befallen seien, umgekehrt zeigten einige befallene Bäume gar keine Dürreerscheinungen, hieß es. Die Justizvertreter forderten weitere Untersuchungen, bevor Bäume gefällt würden.