Erneut heftige Explosion in Kabul

Die afghanische Hauptstadt Kabul ist gestern erneut von einer Explosion erschüttert worden. Reuters-Reporter berichteten von einer lauten Detonation in einem Stadtteil, in dessen Nähe mehrere ausländische Botschaften liegen. Die Ursache der Explosion war zunächst nicht klar. Auch über mögliche Schäden und Opfer gab es keine Angaben.

In Jalalabad im Osten des Landes hatte sich zuvor eine Explosion in der Nähe mehrerer ausländischer Konsulate ereignet. Ein Sprecher des Gouverneurs der Provinz teilte mit, es gebe keine Berichte über Opfer.

Erst zuletzt waren in Kabul bei zwei Anschlägen binnen weniger Stunden mindestens 30 Menschen verletzt worden. Zu dem Anschlag auf einen Wohnkomplex in der Nähe des Flughafens bekannten sich die radikalislamischen Taliban. Kabul wird seit den Bemühungen um die Wiederbelebung des Friedensprozesses zwischen Regierung und Taliban verstärkt von Selbstmordattentaten heimgesucht.

US-Soldat bei Operationen in Afghanistan getötet

Bei Militäroperationen in der umkämpften südafghanischen Provinz Helmand ist unterdessen ein US-Soldat getötet worden. Die US-Streitkräfte in Bagram nördlich von Kabul teilten mit, der Soldat sei gestern an den Folgen seiner Verwundungen gestorben. Er gehöre zu insgesamt drei amerikanischen Soldaten, die bei Operationen in der Nähe des Ortes Mardscha verwundet worden seien. Einzelheiten zu den Operationen teilte das Militär nicht mit.

In Helmand sind seit Monaten die radikalislamischen Taliban auf dem Vormarsch, die afghanischen Regierungstruppen sind unter wachsendem Druck. Der Kampfeinsatz der NATO in Afghanistan lief Ende 2014 aus. US-Spezialkräfte greifen aber weiterhin in Gefechte ein.