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Entscheidung soll bereits gefallen sein

Am Sonntag will ÖVP-Bundesobmann Reinhold Mitterlehner dem Parteivorstand seinen Kandidaten für die Präsidentschaftswahl vorschlagen. Bis dahin heißt es warten – und mögliche Namen in den Ring werfen. Freitagnachmittag berichteten Medien, dass Seniorenbundobmann Andreas Khol der Mann der Stunde sein könnte. Wie auch Ö1 aus ÖVP-Kreisen erfuhr, hat sich die Volkspartei bereits für den Tiroler entschieden.

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Mit derzeit 74 Jahren wäre der langjährige ÖVP-Klubchef und ehemalige Nationalratspräsident der älteste in der bisher bekannten bzw. wahrscheinlichen Kandidatenriege. Seinen 75. Geburtstag am 14. Juli würde er im Falle seines Sieges kurz nach seiner Angelobung feiern.

Zuletzt hatte sich Khol, der als Mastermind hinter der schwarz-blauen Regierung Wolfgang Schüssels gilt, noch demonstrativ für Pröll starkgemacht und diesen als seinen „absoluten Wunschkandidaten“ bezeichnet: „Die Partei liegt ihm zu Füßen, wenn er es macht. Ich hoffe, dass er antritt.“

Zahlreiche Granden winkten ab

Khol selbst war am Freitag für die APA nicht erreichbar, seine Sprecherin verwies lediglich auf die Parteivorstandssitzung am Sonntag, die Bundespartei ebenso. Im Gegensatz dazu gab eine ganze Reihe von ÖVP-Granden am Freitag bekannt, nicht für das Amt in der Hofburg antreten zu wollen.

Franz Fischler etwa, ehemaliger EU-Kommissar und nunmehriger Präsident des IHS-Kuratoriums, ließ am Freitag ausrichten, seine Kandidatur sei „dezidiert ausgeschlossen“ und er „nicht der Kandidat“. Wohl auch deshalb, weil mit ihm nicht gesprochen worden sei, so Fischler zu Spekulationen über seine Person.

Konrad schließt Kandidatur aus

Ganz ähnlich ließ der langjährige EU-Abgeordnete Othmar Karas durchblicken, dass er kein Kandidat für die Präsidentschaftswahl sei. „Ich bin überrascht von der Absage Erwin Prölls. Dass mein Name als möglicher Kandidat immer wieder genannt wird, ehrt mich. Das bestätigt meine Arbeit in Österreich und auf internationaler Ebene. Der Vizekanzler hat aber gestern erklärt, dass er sich bereits auf einen Kandidaten festgelegt hat“, so Karas.

Ebenfalls ins Gespräch gebracht worden war zuletzt Ex-Raiffeisen-Generalanwalt und Flüchtlingskoordinator Christian Konrad. Er hat seine Wurzeln – wie auch Karas – in Niederösterreich, stammt also aus derselben Landespartei wie Pröll, was als Bonus gelten könnte. Doch auch Konrad winkte am Freitag bereits ab: „Eine Kandidatur wird ausgeschlossen.“

Pühringer: „Habe nie gesagt, dass ich kandidiere“

Nicht zu Wort meldete sich am Freitag die ehemalige steirische Landeshauptfrau Waltraud Klasnic. Sie wird als eine der wenigen Frauen als mögliche Kandidatin gehandelt. Allerdings will die APA aus ÖVP-Kreisen erfahren haben, dass die Opferbeauftragte der katholischen Kirche eher keine Option sei. Selbiges gilt für die Präsidentin der Salzburger Festspiele, Helga Rabl-Stadler.

Waltraud Klasnic (ÖVP)

APA/Roland Schlager

Manche würden Klasnic gerne als Präsidentin sehen

Für Oberösterreichs Landeshauptmann Josef Pühringer kam die Absage seines niederösterreichischen Amtskollegen nach eigenen Angaben „nicht ganz überraschend“. Er sei mit Pröll seit Langem in Kontakt gestanden, so Pühringer am Freitag. Zugleich wollte sich Pühringer nicht als Ersatz für den bisherigen Parteifavoriten sehen. „Ich habe nie gesagt, dass ich kandidiere“, sagte er bei einer Pressekonferenz in Linz. Auf die Frage, ob er es sich anders überlegen würde, wenn er von Mitterlehner direkt aufgefordert würde, meinte er: „Meine Namensnennung empfinde ich als Ehrung, aber mehr nicht.“

Weitaus wortkarger gab sich am Freitag Pühringers Landesparteikollege Christoph Leitl. Vor Sonntagabend werde er keine Stellungnahme dazu geben, so der Präsident der Wirtschaftskammer (WKÖ).

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