Angriffe auf Ausländer in Köln

In Köln haben mehrere Gewalttäter gestern Ausländer angegriffen und verletzt. Eine Gruppe von rund 20 Menschen habe am Abend in der Innenstadt sechs Pakistaner angegriffen, teilte die Polizei mit. Zwei der Angegriffenen seien verletzt und in einem Krankenhaus ambulant behandelt worden.

Nur 20 Minuten später griffen fünf Täter in derselben Straße unweit des Hauptbahnhofs einen 39-jährigen Syrer an. Der Mann aus Frechen wurde laut Polizeiangaben verletzt, musste aber nicht ärztlich behandelt werden. Die Polizei ermittelt in beiden Fällen wegen gefährlicher Körperverletzung.

„Gezielt Provokationen suchen“

Bereits am Nachmittag hatte die Kölner Polizei nach eigenen Angaben Hinweise „auf Personengruppen erhalten, die gezielt Provokationen suchen würden“. Daraufhin habe die Polizei „starke Kräfte“ in die Innenstadt geschickt. Die Beamten hätten rund hundert Menschen überprüft. Zwei von ihnen wurden in Gewahrsam genommen, weil sie ausgesprochene Platzverweise nicht befolgten.

Berlin will Ausländerrecht verschärfen

Nach den massenhaften Angriffen auf Frauen in der Silvesternacht müssen aus Sicht der deutschen Bundesregierung die Asylgesetze verschärft sowie Polizei und Justiz gestärkt werden. Vizekanzler und SPD-Chef Sigmar Gabriel sagte, gefordert sei der „starke Staat“, der Recht und Gesetz auch durchsetze. Dazu brauche es aber auch zusätzliche Polizisten und Staatsanwälte.

Innenminister Thomas de Maiziere (CDU) forderte mehr Polizei auf der Straße. Zudem müsse die Justiz kriminelle Ausländer beschleunigt verurteilen ähnlich wie schon jetzt gewalttätige Fußballfans.

Sondersitzung zu Köln-Ereignissen

Mit Spannung wird unterdessen die heutige Sondersitzung des Innenausschusses des nordrhein-westfälischen Landtags erwartet. Dort erstattet Innenminister Ralf Jäger (SPD) Bericht über den heftig kritisierten Polizeieinsatz am Kölner Hauptbahnhof.

In der Silvesternacht hatten sich nach Angaben der Polizei aus einer Menge von rund 1.000 Männern Gruppen gelöst, die vor allem Frauen umzingelt, begrapscht und bestohlen haben. Opfer und Zeugen sprachen von Tätern nordafrikanischer oder arabischer Herkunft.