Kontroverse über SPÖ-Tweet mit „Krüppellied“

Eine „Widmung“ eines SPÖ-Mitarbeiters via den Kurznachrichtendienst Twitter an die Adresse des FPÖ-Abgeordneten und Dritten Nationalratspräsidenten Norbert Hofer hat zum Wochenende hin für ziemlichen Wirbel gesorgt.

Die Freiheitlichen attackierten die SPÖ, konkret Sozialminister Rudolf Hundstorfer und dessen Manager für den Präsidentschaftswahlkampf, Paul Pöckhacker, scharf. Grund war, dass dieser auf Twitter unter dem Titel „Für Norbert Hofer“ das „Krüppellied“ gepostet hatte. Empörte Reaktionen aus der FPÖ ließen nicht lange auf sich warten. „Eine Schande!“, schrieb Bundesparteichef Heinz-Christian Strache auf Twitter, der SPÖ-Mitarbeiter verspotte den Dritten Nationalratspräsidenten.

„Primitive Herabwürdigung“

Der freiheitliche Generalsekretär Herbert Kickl dazu in einer Aussendung: „Ausgerechnet jener SPÖ-Mitarbeiter, der den Präsidentschaftswahlkampf von Sozial- und Behindertenminister Hundstorfer managen soll“, mache sich in einem Twitter-Posting „über behinderte Menschen lustig“. Kickl bezeichnete das Posting als „primitive Herabwürdigung“ und vermisste gleichzeitig „den Aufschrei der üblichen Empörten“. Hundstorfers Kampagnenmanager sei jedenfalls „untragbar“. Hofer leidet an den Spätfolgen eines Sportunfalls.

Hundstorfer entschuldigte sich (Hofer via Twitter: „BM Hundstorfer hat sich soeben bei mir für die Entgleisung aus der Löwelstraße entschuldigt“), Hofer nahm laut Nachfrage der APA die Entschuldigung auch an. Das „Krüppellied“ stammt vom Kabarettisten Peter Hammerschlag. In Helmut Qualtingers Interpretation wurde es mit Textzeilen wie „Wenn ich mal trüber Laune bin, dann geh ich zu den Blinden und lache mir den Buckel krumm, wenn sie die Tür nicht finden“ zum morbiden Klassiker, aber, wie Hofer gestern betonte: „Wenn man diesen Text eines Liedes jemandem widmet, dann ist das besonders schlimm.“ Letztlich laufe das auf eine „Beleidigung aller behinderten Menschen“ hinaus. Und: „Man wird sehen, ob sich die SPÖ von dem Mitarbeiter trennt.“