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„Müssen das Kind in uns bewahren“

Bis ins hohe Alter ist der nun verstorbene Artur Fischer noch nahezu täglich in die von ihm gegründeten Fischerwerke in Waldachtal im Schwarzwald gegangen. 2014 wurde er vom Europäische Patentamt (EPA) für sein Lebenswerk ausgezeichnet.

Er habe sein ganzes Leben „Probleme aus seinem Alltag in Lösungen verwandelt“, würdigte das EPA Fischers Wirken. Die Erfindung des Dübels habe die Bau- und die Heimwerkerbranche von Grund auf verändert und alle möglichen Arten von Dübeln rasch aus den Regalen verdrängt.

Der Dübel war erst der Anfang

„Fischer erdachte nicht nur einige neue Lösungen für Probleme am Bau, er schuf auch Stahlanker, Bohrgeräte, chemische Befestigungen und Klebstoffe. Und seine Erfindungen werden tagtäglich milliardenfach auf der ganzen Welt verwendet“, hieß es vonseiten des Patentamts. Fischer bezeichnete den Preis „als eines der größten Geschenke“, die er „in einem langen Leben“ erhalten habe. Er ermutigte alle Eltern, ihre Kinder spielen zu lassen: „Wir müssen das Kind in uns bewahren, wenn wir erfindungsreich sein wollen.“

Bis zuletzt in der Heimat

Geboren wurde Fischer am 31. Dezember in Waldachtal-Tumlingen, dort lebte er bis zuletzt. Er war bodenständig, aber alles andere als weltfern: „In den Aufbaujahren der Firma war ich so oft in der weiten Welt, dass es für meine Familie ein Opfer bedeutete.“ Nach Realschulabschluss und Schlosserlehre musste der junge Mann zunächst in den Zweiten Weltkrieg. Er überlebte Stalingrad und war nach eigenen Worten mehr als einmal „Millimeter am Tod vorbeigeschrammt“.

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