Markt für Halal-Produkte „am Explodieren“

Dieser Artikel ist älter als ein Jahr.

Der globale Halal-Lebensmittel- und Lifestyle-Sektor wird bis 2020 um sechs Prozent anwachsen, prognostiziert das Marktforschungsinstitut DinarStandar mit Sitz in New York. Weltweit leben 1,3 Milliarden Muslime, 574.000 in Österreich. Der Markt für Halal-Produkte umfasst die Bereiche Industrie, Essen bis hin zu Kosmetika.

Muslime in Österreich greifen bei Halal-Waren überwiegend in Ethno-Supermärkten zu. Der REWE-Konzern verkauft seit einigen Jahren in den Merkur-Märkten nach islamischen Regeln geschlachtetes Fleisch. „Der Markt ist am Explodieren“, sagte der Präsident des Islamischen Informations- und Dokumentationszentrum Österreich, Günther Rusznak.

Unverständnis über Entscheidung von Spar

Das IIDZ-Austria stellt Halal-Zertifikate für Unternehmen aus, die Muslime ansprechen oder in islamische Länder expandieren wollen. Die Firmen belieferten überwiegend den heimischen Markt, die Ausfuhr in die Arabischen Emirate nehme aber zu, erklärte Rusznak. Derzeit sind hierzulande sechs Schlachthöfe für Rinder und einer für Geflügel vom IIDZ Halal zertifiziert. In den vom IIDZ zertifizierten Schlachthöfen werden die Tiere vor dem Schächten betäubt.

Aufgrund von Anfeindungen stellte der Lebensmittelkonzern Spar Anfang Dezember den Verkauf von Halal-zertifiziertem Fleisch ein. „Es ist für mich unerklärlich, warum Spar in die Knie gegangen ist. Spar überlässt damit den Markt den ‚Onkel-Ahmed-Läden‘. In Deutschland ist es gang und gäbe, dass man Halal-Fleisch in den großen Handelsketten kaufen kann“, so Rusznak.