WIFO: Vier Mrd. Euro „umweltschädliche“ Förderungen

Dieser Artikel ist älter als ein Jahr.

Laut Wirtschaftsforschungsinstitut (WIFO) sprudeln in Österreich jährlich rund 3,8 bis 4,7 Mrd. Euro an direkten und indirekten Förderungen, die kontraproduktiv für die Umwelt sind. Davon entfällt rund die Hälfte auf den Verkehr, mehr als ein Drittel auf Energie und ein Zehntel auf das Wohnen, geht aus einer heute präsentierten Studie des WIFO hervor, das eine Reform für geboten hält.

Als größten Brocken - der noch dazu national zu ändern wäre - nennen die Autorinnen die Dieselbegünstigung von rund 640 Mio. Euro im Jahresschnitt, gefolgt von der Pendlerpauschale (inkl. Pendlereuro) von 560 Mio. Euro. Die Energieabgabenvergütung für die energieintensive Industrie betrug 2010 bis 2013 im Schnitt 450 Mio. Euro.

Einen weiteren höheren Betrag macht die Wohnbauförderung mit 275 Mio. Euro für Neubauten aus. An international regulierten Summen nennt die Studie u. a. das Herstellerprivileg für Produzenten von Energieerzeugnissen (535 Mio. Euro) und die Kerosinbefreiung von der Mineralölsteuer (MÖSt) von 330 Mio. Euro.

Der Großteil der analysierten Förderungen bestehe aus steuerlichen Begünstigungen, so das WIFO, denn wie in den meisten anderen europäischen Ländern spielen direkte Subventionen hier kaum noch eine Rolle. Nach Begünstigtengruppen kommen der Studie zufolge etwa 40 Prozent der Subventionen den privaten Haushalten zugute - v. a. verkehrsbezogene Maßnahmen wie Pendlerförderung, pauschale Dienstwagenbesteuerung und auch das gesamte Volumen im Bereich Wohnen.