Radioaktives Material im Irak verschwunden

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Im Irak ist im vergangenen Jahr hochgefährliches radioaktives Material verschwunden. Nun wird befürchtet, das Material könnte der Terrormiliz Islamischer Staat in die Hände fallen, die es für eine „schmutzige Bombe“ verwenden könnte.

Laut der Nachrichtenagentur Reuters vorliegenden Dokumenten des irakischen Umweltministeriums seien zehn Gramm von Iridium-192 im November in der Nähe der Stadt Basra gestohlen worden.

In der Erdölindustrie verwendet

Es sei von der US-Firma Weatherford, die Ausrüstung für die Erdölförderung bereitstellt, verwendet worden, so Reuters. Mit der Gammastrahlung des Materials können Materialfehler in Pipelines entdeckt werden.

Das Iridium gehört allerdings der Firma SGS Turkey. Beide Unternehmen wollten sich Reuters gegenüber nicht äußern, auch irakische Regierungsvertreter berichteten von dem Vorfall nur hinter vorgehaltener Hand.

Wie gefährlich das Material mit einer Halbwertszeit von rund 73 Tagen tatsächlich ist, steht noch nicht fest. Laut den Ministeriumsdokumenten stelle es aber ein Risiko für Gesundheit und Umwelt dar - und ebenso eine Bedrohung der nationalen Sicherheit.

Gezielter Diebstahl

Verdächtige für den Diebstahl gibt es noch nicht, auch gebe es keine Hinweise, dass das Material tatsächlich dem IS in die Hände gefallen ist. Allerdings seien die Diebe offenbar gezielt vorgegangen und hätten auch gewusst, wo sie das Material finden, so Reuters.

Aus Sicherheitskreisen in Basra heiß es, Armee, Polizei und Geheimdienste arbeiteten Tag und Nacht daran, das Material zu finden. Expertenteams seien schon kurz nach dem Diebstahl alarmiert worden und suchten seitdem nach dem Material. Auch Krankenhäuser seien angewiesen worden, Verbrennungen, die von radioaktivem Material stammen könnten, sofort den Behörden zu melden.