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Feierlichkeiten zum 400. Todestag

Shakespeare lebt. Natürlich ist das Motto des Shakespeare-Jahres 2016, „Shakespeare Lives“, Werbung - die aber stimmt. Einerseits, weil Shakespeare-Stücke bis heute berühren. Andererseits, weil man ihn mit Nachdruck am Leben hält. Nur zwei Jahre nach der Sause zum 450. Geburtstag wird nun auch der 400. Todestag gefeiert. Der ist am 23. April, doch „Shakespeare Lives“ läuft das ganze Jahr.

„Die Gelegenheit ist einfach zu gut“, sagt Ciaran Devane vom British Council, der britische Kultur ins Ausland exportiert. Im Falle Shakespeares eine denkbar einfache Aufgabe. Wenn Benedict Cumberbatch „Hamlet“ spielt, macht das weltweit Schlagzeilen, Lars Eidinger als Richard III. oder auch als Hamlet erntet enthusiastische Kritiken, in New York führen Schauspieler „Macbeth“ (geplant) betrunken auf.

Besondere Rolle für Globe Theater

Shakespeare ist sowieso überall, aber sein Heimatland will ihn trotzdem ehren. Eine besondere Rolle wird dabei - wie schon 2014 - wieder das Globe Theater spielen. Der hübsche Nachbau eines Theaters aus dem 16. Jahrhundert direkt an der Themse, bis hin zu den Stehplätzen ohne Überdachung und den harten Holzbänken originalgetreu, ist seit seiner Eröffnung 1997 eine Art Pilgerstätte für Shakespeare-Verehrer geworden.

Der Künstlerische Direktor Dominic Dromgoole, der nach dieser Saison geht, nennt es im „Guardian“ das „letzte große Abenteuer meiner Zeit hier am Globe“: 37 Kurzfilme, einer für jedes Shakespeare-Stück, die am 23. und 24. April über vier Kilometer die Themse entlang auf 37 Bildschirmen gezeigt werden, in streng chronologischer Reihenfolge. „Hamlet“ soll in Dänemark gedreht werden, „Romeo und Julia“ in Verona, „Antonius und Kleopatra“ in Ägypten. Auch wenn Shakespeare dort nie war.

„Hamlet“ tourt um die Welt

Mit der Feier des 450. Geburtstags des vielleicht bedeutendsten Dramatikers überhaupt ist das Globe übrigens noch gar nicht fertig. Seit dem 23. April 2015 tourt eine Gruppe mit „Hamlet“ um die Welt, mit dem Ziel, bis zum 23. April in jedem Land der Erde aufgetreten zu sein. In mehr als 135 Ländern waren sie schon, darunter auch in einem Camp für syrische Flüchtlinge in Jordanien.

Geplant sind neben Theateraufführungen und Filmen auch Ausstellungen, Lesungen, Debatten und eine große Schulinitiative. 100.000 Schulen weltweit bekommen ein Shakespeare-Paket, natürlich übersetzt in die Landessprache. Themen: Weltbürgertum, Macht, Identität, Gerechtigkeit. Alles anhand von mehr als 400 Jahre alten Texten, die die weltberühmte Royal Shakespeare Company zum Leben erweckt. Die Schüler können sich die Arbeit der Schauspieler in Videoclips ansehen.

Teresa Dapp, dpa

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