Peking will massenhaft Beamte entlassen

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Kein Ende der wirtschaftlichen Hiobsbotschaften aus China: Wegen Überkapazitäten aufgrund der sich rasant abkühlenden Konjunktur will die chinesische Regierung fünf bis sechs Millionen Jobs im Staatssektor streichen.

Der Abbau soll in den nächsten zwei bis drei Jahren erfolgen, hieß es gestern aus Regierungsquellen in Peking. Es sei die größte Umstrukturierung seit fast zwei Jahrzehnten.

Abbau von Arbeitsplätzen auch in Industrie

Ende der 1990er Jahre waren in einem Zeitraum von fünf Jahren 28 Millionen Jobs abgebaut worden. Die damalige Umstrukturierung verursachte Kosten in Höhe von 73,1 Milliarden Yuan (rund 10,3 Mrd. Euro) für die soziale Abfederung.

Erst gestern hatte die chinesische Regierung offiziell bekanntgegeben, dass in der Kohle- und Stahlindustrie 1,8 Millionen Arbeitsplätze abgebaut werden sollen.

Industrie überraschend stark geschrumpft

Die Industrie schrumpfte im Februar überraschend stark. Der heute veröffentlichte offizielle Einkaufsmanagerindex sank auf einen Wert von 49,0 gegenüber 49,4 im Vormonat. Jeder Wert unterhalb von 50 signalisiert eine Schrumpfung. Damit schwächte sich die chinesische Industrie den siebenten Monat in Folge ab.

Volkswirte hatten nur eine leichte Verschlechterung auf 49,3 erwartet. Der Februar-Wert ist der niedrigste seit November 2011.

Auch der ebenfalls heute veröffentlichte private Caixin/Markit-Einkaufsmanagerindex signalisiert ein Anhalten der Wirtschaftskrise in der neben Japan wichtigsten asiatischen Volkswirtschaft. Er fiel ebenfalls stärker als erwartet im Februar auf einen Wert von 48. Volkswirte hatten mit einem Wert von 48,3 gerechnet.