Kroatiens Premier: Euro-Einführung bereits in vier Jahren

Kroatiens Premier Tihomir Oreskovic hat angekündigt, sein Land werde in vier Jahren den Euro einführen. In zwei Jahren könne der Prozess eingeleitet und in vier Jahren abgeschlossen werden, sagte Oreskovic laut Medienberichten gestern bei einem Besuch in Deutschland.

In Kroatien löste Oreskovic mit seiner Ankündigung Verwunderung aus. Die Euro-Einführung bereits in vier Jahren sei objektiv unmöglich, sagte der kroatische Notenbankchef Boric Vujcic der Tageszeitung „Novi List“.

Steigende Staatsverschuldung als Hindernis

Im Jahr 2020 könnten erst die Vorbereitungen für die Einführung eingeleitet werden. Bis zur tatsächlichen Einführung müssten dann aber noch weitere zwei Jahre vergehen, sagte der Notenbankchef.

Das größte Hindernis für die Euro-Einführung in Kroatien ist die steigende Staatsverschuldung, die derzeit bei 90 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) liegt. Um sich für die Übernahme der gemeinsamen europäischen Währung zu qualifizieren, müsste das Land zunächst diesen Trend umdrehen und beweisen, dass man die Staatsverschuldung unter 60 Prozent des BIP halten kann. Wie der Notenbankchef laut Medienberichten erklärte, könnte man das bis 2020 erreichen.