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Harnoncourt stammte aus Adelsfamilie

Musik hat Nikolaus Harnoncourt schon in seiner frühesten Kindheit begleitet, wurde doch auch innerhalb der Familie viel musiziert. Er wurde 1929 in Berlin geboren. Harnoncourt stammte aus einer adeligen Familie, wurde als Johann Nicolaus de la Fontaine und d’Harnoncourt in den luxemburgisch-lothringischen Hochadel hineingeboren.

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Als Harnoncourt nicht einmal zwei Jahre alt war, übersiedelte die ganze Familie wieder nach Graz. Im Volksschulalter begann er mit dem Klavier- und Cellounterricht. Als die Familie aufgrund der heftiger werdenden Bombenangriffe in Graz 1944 ins Salzkammergut übersiedelte, wurde er von dem bekannten Wiener Cellisten Paul Grümmer unterrichtet. Dass er einmal mit der Musik Geld verdienen würde, stand dem damaligen Teenager kaum im Sinn, interessierte er sich doch viel mehr für das Marionettentheater. Er organisierte und inszenierte auch nach Kriegsende Aufführungen.

Nikolaus Harnoncourt am Cello

picturedesk.com/ÖNB-Bildarchiv

Harnoncourt war Cellist bei den Wiener Symphonikern

Den Wendepunkt dürfte offenbar eine Radioübertragung der „7. Symphonie“ von Ludwig van Beethoven 1947 gebracht haben. Im Jahr darauf begann er an der Wiener Musikakademie sein Cellostudium bei Emanuel Brabec, Solocellist bei den Wiener Philharmonikern. Beim Studium lernte er auch seine spätere Frau Alice Hoffelner kennen - eine Geigerin und Gambistin.

Proben in der Wohnung

Gemeinsam mit Hoffelner, Eduard Melkus und Alfred Altenburger gründete er das Wiener Gamben-Quartett. Der Grundstein für die Beschäftigung mit der Alten Musik war gelegt. 1952 begann Harnoncourt zwar als Cellist bei den Wiener Symphonikern zu spielen - eine fixe Anstellung für einen Familienvater mit insgesamt vier Kindern. Doch bereits 1953 gründete das Ehepaar Harnoncourt parallel dazu ein Ensemble, das sich der Alten Musik verschrieb.

Zunächst waren nur Streicher vertreten, geprobt wurde in der Wohnung der Harnoncourts. Zudem suchten die beiden ständig nach alten Instrumenten und arbeiteten am Wiederlernen alter Spieltechniken. Unter Paul Hindemith gab das 1954 noch namenlose Ensemble im Wiener Konzerthaus mit Monteverdis „L’Orfeo“ sein Debüt. 1957 erhielt es den Namen Concentus Musicus. Harnoncourt spielte selbst Cello in dem Ensemble, ab und zu dirigierte er bei Bedarf vom Cellopult aus.

Einladung der Mailänder Scala

Mit einer Einladung der Mailänder Scala, 1972 dort Monteverdis „Il ritorno d’Ulisse in patria“ zu interpretieren, vollzog Harnoncourt den Wechsel vom Cellisten zum Dirigenten. Neben den Barockkomponisten wie Johann Sebastian Bach und Georg Friedrich Händel erweiterte er auch am Dirigentenpult mit internationalen Orchestern sukzessive die Auswahl an Komponisten - von Wolfgang Amadeus Mozart über Franz Schubert bis zu Anton Bruckner. Eine Ende der 90er Jahre angebotene Stelle als Chefdirigent der Wiener Symphoniker, bei denen er unter Herbert von Karajan als Cellist zuvor tätig gewesen war, lehnte Harnoncourt aber ab.

Engagement bei Salzburger Festspielen

Seit den 90er Jahren baute Harnoncourt auch sein Engagement bei den Salzburger Festspielen aus. Die von ihm dirigierte „Zauberflöte“ von Mozart in der Felsenreitschule 2012 stieß auf widersprüchliche Reaktionen. In den vergangenen Jahren musste Harnoncourt auch altersbedingt sein Engagement in Salzburg reduzieren.

Präsenz zeigte Harnoncourt bis zu seinem offiziellen Rückzug wenige Monate vor seinem Tod aber auch bis weit über 80 Jahre bei „seinem“ Styriarte-Festival für Alte Musik in und rund um Graz insbesondere mit seinem Concentus Musicus.

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