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Um 85 Prozent mehr Schleppereianzeigen

Die Zahl der Strafanzeigen ist 2015 gegenüber dem Jahr davor gesunken. Das Bundeskriminalamt (BK) präsentierte am Donnerstag auf einer Pressekonferenz die aktuelle Statistik für das Vorjahr. Es wurden 517.870 Anzeigen erstattet, 2014 waren es noch 527.692 gewesen.

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Damit waren es 2015 um knapp 10.000 oder 1,9 Prozent weniger als 2014. Das vergangene Jahr brachte damit die niedrigste Anzeigenzahl in den vergangenen zehn Jahren. Leicht gestiegen ist laut Bundeskriminalamt die Aufklärungsquote, und zwar von 43,1 Prozent im Jahr 2014 auf 44 Prozent 2015.

Den signifikantesten Anstieg vermeldete das BK bei Anzeigen zu Schlepperkriminalität - bedingt durch die „weltpolitische Situation und die daraus resultierenden Flüchtlingsströme“ gab es 2015 9.569 Anzeigen wegen Schlepperei, was einen Anstieg um 84,9 Prozent gegenüber 2014 bedeutet.

Anzeigen „Fremder“ konstant

Befürchtungen, wonach mit der weltweiten Migrationsbewegung eine steigende Kriminalität hierzulande einhergeht, wies das BK zurück. Eine Analyse der Struktur der Opfer und auch der Tatverdächtigen zeigt, dass es sich bei beiden Gruppen zu rund zwei Drittel um inländische und zu rund einem Drittel um fremde Personen, wie die Kategorie beim BK heißt, handelt. Verglichen mit den Vorjahren sei diese Entwicklung konstant, wobei in der Statistik der Behörde unter „fremde Tatverdächtige“ beispielsweise auch Touristen fallen. Zu den meistbegangenen Delikten zählen Diebstahl, Körperverletzung und unerlaubter Umgang mit Suchtmitteln.

Weniger Einbrüche, mehr Gewaltdelikte angezeigt

Einen deutlichen Rückgang gab es bei den angezeigten Einbrüchen in Wohnungen und Einfamilienhäuser, nämlich um 1.594 oder 9,3 Prozent. Bei 40 Prozent der Einbrüche im vergangenen Jahr scheiterten die Täter, es blieb beim Versuch. Die Anzahl der Anzeigen von Dämmerungseinbrüchen wurde ebenfalls geringer, laut BK wegen zahlreicher repressiver und präventiver Maßnahmen.

Was die Zahlen aussagen

Die Statistik beschreibt die Zahl der Anzeigen, nicht der tatsächlich verübten Delikte oder gar Verurteilungen. Wie der Kriminalsoziologe Norbert Leonhardmair gegenüber dem „Kurier“ sagte: „Kriminalstatistiken sagen wenig über Kriminalität aus, sondern belegen, was die Polizei tut.“

Ein - wenn auch kleines - Minus gab es auch bei der Zahl der angezeigten Kfz-Diebstähle, diese Anzeigen gingen um 30 zurück (minus 0,9 Prozent). Leicht gestiegen sind hingegen die Anzeigen hinsichtlich Gewaltkriminalität. Waren es 2014 noch 40.184 Anzeigen gewesen, so stieg diese Zahl 2015 um 0,4 Prozent auf 40.333. Es stieg vor allem die Zahl der angezeigten leichten Körperverletzungsdelikte und jene der angezeigten vorsätzlichen Tötungsdelikte.

Cybercrime-Anzeigen nahmen zu

Einen Anstieg gab es bei Cybercrime-Anzeigen nach dem vergleichsweise schwachen Jahr 2014. Mit 10.010 Anzeigen waren es 2015 um 1.044 oder 11,6 Prozent mehr als im Jahr davor. Allerdings gab es in den Jahren 2012 und 2013 noch mehr Anzeigen in diesem Bereich. Bei Anzeigen zu Wirtschaftsdelikten waren es mit 48.601 um 1.019 weniger als 2014. In Prozent war das ein Minus von 2,1. Bei rund 65 Prozent der Anzeigen handelte es sich um niederschwellige Delikte wie Betrug, Urkundenunterdrückung und Entfremdung unbarer Zahlungsmittel.

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