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Ex-Außenministerin weit in Führung

Zwar liegt Hillary Clinton im Rennen um die demokratische Präsidentschaftskandidatur gemessen an Delegierten immer noch weit vor ihrem Konkurrenten Bernie Sanders - doch ganz abschütteln konnte sie ihn bisher nicht. Auch bei weiteren Vorwahlen konnte der Senator aus Vermont überraschende Siege einfahren.

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Sanders gewann in Utah, Idaho, Washington, Alaska und Hawaii. Im nordwestlichen Bundesstaat Washington habe Sanders 76 Prozent der Stimmen erhalten, berichteten die US-Fernsehsender CNN und MSNBC am Samstagabend (Ortszeit). Im schwach bevölkerten Alaska schlug er Clinton mit rund 79 Prozent, in Hawaii mit 71, hieß es Sonntagmittag.

Clinton kam in Washington auf etwa 24, in Hawaii auf 29 und in Alaska auf rund 21 Prozent. Um Präsidentschaftskandidat der Demokraten zu werden, sind 2.383 Delegiertenstimmen erforderlich. Favoritin Clinton sammelte laut einer CNN-Zählung bis Samstag bereits 1.711 Delegiertenstimmen, ihr Konkurrent Sanders 952. Bei den Republikanern, die am Samstag keine Vorwahlen abhielten, führt Multimilliardär Donald Trump das Bewerberfeld an. Im Bundesstaat Arizona hatte zuletzt Clinton gewonnen.

Schlappe für Trump in Utah

Auch bei den Republikanern gab es im großen und deswegen wichtigen Arizona einen Favoritensieg. Trump heimste bei den Republikanern alle 58 zur Verfügung stehenden Delegierten ein. Das ist ein weiterer Meilenstein auf seinem Weg zur Kandidatur. Allerdings verlor er in Utah gegen Ted Cruz deutlich, sodass Cruz den Abstand überschaubar halten konnte.

Trump lag in Utah sogar hinter John Kasich, dem dritten verbliebenen Bewerber bei den Republikanern. Da Cruz wahrscheinlich auf deutlich über 50 Prozent der Stimmen kommen wird, wird er alle 40 Delegierten in dem konservativen Mormomenstaat holen, Trump und Kasich gehen leer aus. In Idaho wählten am Dienstag nur die Republikaner.

Republikaner-Parteitag rückt näher

Trump verfügt derzeit über die Stimmen von etwa 740 Delegierten, für einen Sieg im ersten Wahlgang auf dem Parteitag im Juli in Cleveland braucht er 1.237. Das bedeutet, dass er bei den ausstehenden Vorwahlen noch immer deutlich mehr als 50 Prozent der Delegierten gewinnen muss, um sein Ziel zu erreichen.

Teile der Parteiführung der Republikaner versuchen weiterhin, eine Nominierung Trumps zu verhindern. Dazu dürfte der Immobilienmogul aus New York aber auf keinen Fall die Schwelle von 1.237 Delegierten überschreiten. Die Möglichkeit einer Kampfabstimmung auf dem Parteitag ist am Dienstag kaum weniger wahrscheinlich geworden.

Terror in Brüssel Thema bei Auftritt

Clinton wandte sich am Dienstagabend (Ortszeit) in Seattle im Bundesstaat Washington an ihre Anhänger. „Amerika verfällt nicht in Panik“, sagte sie angesichts der Terroranschläge in Brüssel. „Wir bauen keine Mauern und wir wenden unseren Freunden nicht den Rücken zu“, betonte sie in Anspielung auf jüngste Äußerungen von Trump.

Der hatte zuvor gesagt, die USA müssten überlegen, ihr Engagement in der NATO zurückzufahren. Er forderte erneut eine Lockerung der Gesetze, um umstrittene Verhörmethoden bis hin zu Folter zu ermöglichen. Clinton trat dem scharf entgegen. „Dies ist die Zeit, in der Amerika Führungsqualitäten zeigen muss und sich nicht wegducken darf.“

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