Russische „Nachtwölfe“ wieder auf „Siegesfahrt“ nach Berlin

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Trotz Protesten bei einer ähnlichen Fahrt vor einem Jahr hat der russische Rockerclub „Nachtwölfe“ eine erneute Motorradtour von Moskau nach Berlin angekündigt.

Die Fahrt soll vom 29. April an durch Weißrussland, Polen, die Slowakei, Österreich und Tschechien bis nach Berlin führen, wo sie am 9. Mai enden soll, wie Clubpräsident Alexander Saldostanow alias „Chirurg“ gestern in Moskau mitteilte. Er gilt als Vertrauter des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Der 9. Mai wird in Russland traditionell als Tag des Sieges im Zweiten Weltkrieg gefeiert.

Kranzniederlegung in Wien

Die deutschen Behörden hatten 2015 die Visa mehrerer Mitglieder der „Nachtwölfe“ annulliert und damit deren Einreise verhindert. Die martialische Tour leiste keinen Beitrag zur Stärkung der deutsch-russischen Beziehungen, hieß es unter anderem zur Begründung. Dagegen konnten die Rocker Anfang Mai vor dem Heldendenkmal der Roten Armee am Wiener Schwarzenbergplatz einen Kranz niederlegen.

„Nach der erfolgreichen Fahrt im vergangenen Jahr wollen wir die Tour wiederholen. Vielleicht wird es eine Tradition - ein Treffen auf Motorrädern am Tag des Sieges“, sagte Saldostanow. Der Rockerclub rechne in diesem Jahr mit mehr Teilnehmern als 2015. Allerdings gilt als unklar, ob der Clubpräsident selbst mitfährt. Die „Nachtwölfe“ sehen die Tour selbst als „Würdigung antifaschistischer Kämpfer“, mit der sie den Sieg der Sowjetunion im Zweiten Weltkrieg feiern.