Heinisch-Hosek für Schulsozialindex

Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) will die Ergebnisse der Bildungsstandarderhebungen zum Anlass nehmen, beim Finanzausgleich eine Neuverteilung der Ressourcen für die Schulen anzustreben. „Wir sollten über eine Sozialindexierung sprechen“, so die Ministerin bei einer Pressekonferenz heute Nachmittag.

Derzeit seien im Finanzausgleich zwar zusätzliche Mittel für Schulen etwa für Sprachförderung oder muttersprachlichen Unterricht vorgesehen. Die Situation habe sich aber seit dessen Abschluss Mitte der 2000er Jahre in vielen Punkten geändert. Eine Sozialindexierung würde bedeuten, dass etwa Schulen mit vielen Kindern aus benachteiligten Schichten mehr Mittel bekommen.

„Pädagogischer Jackpot“

Generell zeige sich aber, dass man mit den im Zuge der Bildungsreform angedachten Maßnahmen auf dem „absolut richtigen Weg“ sei - etwa mit dem Ziel eines zweiten verpflichtenden Kindergartenjahrs und dem Bildungskompass, so Heinisch-Hosek. Zufrieden zeigte sie sich mit dem nur geringen Leistungsunterschied zwischen den Ländern. Das zeige, dass trotz der heterogenen Voraussetzungen das System funktioniere.

Der Kärntner Landesschulratspräsident Rudolf Altersberger (SPÖ) nannte die Bildungsstandarderhebungen einen „pädagogischen Jackpot“: Noch nie habe man so gute Daten über jeden Schüler bzw. jede Klasse erhalten. Auch er zeigte sich als Fan einer Sozialindexierung in Verbindung mit einer Autonomie an den Standorten, um über den Einsatz zusätzlicher Mittel zu entscheiden.

Die Schulaufsicht in den Mittelpunkt rückte dagegen sein oberösterreichischer Kollege Fritz Enzenhofer (ÖVP): Diese sollte mehr Möglichkeiten erhalten. Logischerweise sei jede Schule der Ansicht, dass sie mehr Mittel brauche. Der Schulinspektor an Ort und Stelle, der mit der Lage am besten vertraut sei, habe wiederum wenig davon, wenn der Landesschulrat oder der Bund direkt Mittel vergebe. Er plädierte auch dafür, dass auch anhand der Standardergebnisse der Landesschulrat stärker die Lehrerfortbildung steuern können sollte. Notfalls müssten Lehrer dazu auch verpflichtet werden.