US-Händler verklagt VW im Abgasskandal

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In dem Skandal um manipulierte Abgaswerte steht Volkswagen (VW) der erste Rechtsstreit mit einem Händler aus dem eigenen US-Vertragsnetz ins Haus. Der Besitzer dreier Autohäuser reichte gestern bei einem Gericht im US-Bundesstaat Illinois Klage wegen Betrugs gegen den deutschen Hersteller ein, wie die zuständige Anwaltskanzlei Hagens Berman mitteilte.

Kanzlei will Sammelklage

Der Vertriebspartner fühlt sich durch den Abgasschwindel systematisch getäuscht. Mit dem Schritt will die Kanzlei die Weichen für eine Sammelklage stellen, der sich weitere Händler anschließen könnten.

Eine VW-Sprecherin wollte sich zunächst nicht äußern. Der Verband der US-Vertragshändler war nicht auf Anhieb für eine Stellungnahme zu erreichen.

Deutsche Behörde findet Manipulation nur bei VW

Unterdessen berichtete das „Handelsblatt“, dass das deutsche Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) bei seinen Nachprüfungen von Dieselfahrzeugen nur bei VW Hinweise auf illegale Abgasmanipulationen gefunden habe. Zwar hätten auch Fahrzeuge anderer Autobauer die Möglichkeit zur Abschaltung der Abgasreinigung intensiv genutzt, doch bewege sich das im Rahmen der gesetzlichen Regeln.

Das „Handelsblatt“ (Donnerstag-Ausgabe) beruft sich auf Regierungs- und Branchenkreise. Das KBA hatte nach Bekanntwerden des VW-Abgasskandals im vergangenen Jahr gut 50 Fahrzeugmodelle geprüft. Die jeweiligen Ergebnisse lägen den betroffenen Herstellern mit der Bitte um Stellungnahme vor.

Ende April wolle das Bundesverkehrsministerium den Endbericht vorlegen, samt Prüfergebnissen und Reformvorschlägen, berichtete die Zeitung unter Berufung auf Koalitionskreise.