Hofer bezog sich auf falsche Flüchtlingszahl aus Ministerium

Eine falsche Zahlenangabe in einem Schreiben des Innenministeriums an einen Bürger hat heute für Irritationen gesorgt. In Beantwortung einer Bürgeranfrage schrieb ein leitender Mitarbeiter des Innenministeriums am 6. April, dass heuer bereits 37.500 Asylanträge gestellt worden seien und diese Zahl belege, dass Österreich an der absoluten Belastungsgrenze angekommen sei und daher unverzüglich Maßnahmen eingeleitet werden müssten, die eine deutliche und nachhaltige Reduktion der Asylwerberzahlen zum Ziel hätten.

FPÖ-Präsidentschaftskandidat Norbert Hofer sah dadurch belegt, dass der von der Regierung für 2016 festgelegte Richtwert von 37.500 Asylanträgen bereits erreicht sei.

14.328 Asylanträge eingebracht

Das Schreiben sei tatsächlich authentisch, wurde im Innenressort auf APA-Anfrage bestätigt, bloß: Die genannte Zahl ist falsch. Tatsächlich wurden bis Ende März lediglich 14.328 Asylanträge eingebracht.

Noch vor dieser Klarstellung hatte Hofer - durch einen Bericht des FPÖ-nahen Mediums „Wochenblick“ auf die Geschichte gebracht - heute in Innsbruck die Meinung vertreten, dass der „Richtwert“ bereits erreicht sei.

Das sei auch der Grund für den Wechsel von Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) nach Niederösterreich, mutmaßte Hofer. Es handle sich um eine „Flucht“ Mikl-Leitners. Die ÖVP-Ministerrochade bezeichnete er als „politischen Selbstmordversuch“.